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Toaster im Vergleich : Morgenstund hat Toast im Mund

Der Krups Control Line Toaster KH 442, der Multiquick 5 von Braun und der De’Longhi CTZ 2103 rösten um die Wette. Bild: Frank Röth

Drei Modelle treten an, um Weizen- und Vollkorntoastbrot für die Redaktion zu erhitzen. Während ein Gerät mit seiner Schönheit punktet, schützt ein anderes vor verbrannten Fingern.

          Dann mal Toast: Gleich drei elektrische Frühstückshelfer zum Rösten des feinporigen Kastenweißbrots nahmen in der Küche Platz: der Krups Control Line Toaster KH 442, der Multiquick 5 von Braun und der De’Longhi CTZ 2103. Der Letztgenannte ist ein Hingucker. Er hat das originellste Design. Sein breiter barocker Unterbau mit einer runden Messskala ist eine schöne Reminiszenz an die verlorene Welt der Mechanik. Indes wird nichts gemessen, sondern man stellt mit dem zugehörigen Drehsteller den Röstgrad des Toastbrots ein. Auch der Multiquick hat seinen Charme: Mit seinem besonders schmalen Auftritt passt er in die kleine Küche der Single-Wohnung. Der schlanke Fuß ist der Bauweise des Einschlitzmodells geschuldet, die beiden Toastscheiben liegen also hintereinander und nicht nebeneinander im Gerät.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der Krups wirkt gegenüber den beiden Schönheiten ein wenig bieder. Seine Besonderheit ist der fest verankerte Brötchenaufsatz zum Aufwärmen. Dieser wird mit einem mechanischen Hebelchen ausgefahren - und kann im Unterschied zu den Brötchenaufsätzen der beiden anderen Kandidaten weder verlorengehen noch herunterfallen oder gar die Oberfläche des Toasters beim Abnehmen und Aufsetzen zerkratzen. Krups nennt die Technik Brötchenlift. Wie süß!

          In mittlerer Einstellung benötigt der Krups 153 Sekunden bei 750 Watt, bis die beiden Toasts geröstet sind. Vorbildlich, sie ragen dann gemäß den Vorgaben des Siegels Geprüfte Sicherheit (GS) zwei Zentimeter über die Oberkante des Geräts heraus. Die Toasts sind halbwegs gleichmäßig geröstet, und bei aufeinanderfolgenden Toast-Vorgängen ändert sich daran nichts. Das fest montierte Stromkabel ist 84 Zentimeter lang.

          Vorbildlich: Als einziger Toaster im Test lässt der Krups KH 442 die Brotscheiben weit genug aus dem Schlitz ragen, um sie direkt zu entnehmen.
          Vorbildlich: Als einziger Toaster im Test lässt der Krups KH 442 die Brotscheiben weit genug aus dem Schlitz ragen, um sie direkt zu entnehmen. : Bild: Frank Röth

          Der De’Longhi nimmt sich ebenfalls viel Zeit, nämlich drei Minuten und drei Sekunden mit 900 Watt Leistungsaufnahme, für zwei Toasts, die dann allerdings nach abgeschlossenem Röstvorgang nicht aus dem Gerät herausragen. Man muss nachhelfen, indem man den beim Einsetzen der Toasts nach unten zu drückenden Hebel über eine kleine Sperre nach oben hin drückt. Die Unterschiede zwischen dunklen und hellen Seiten des Toastes sind etwas größer als beim Krups, aber das Ergebnis überzeugt ebenfalls. Sein Stromkabel misst nur 75 Zentimeter, was die Aufstellung in der Küche deutlich einschränken kann.

          Mit mehr als drei Minuten braucht der De’Longhi CTZ 2103 am längsten fürs Rösten. Dafür macht er optisch am meisten her.
          Mit mehr als drei Minuten braucht der De’Longhi CTZ 2103 am längsten fürs Rösten. Dafür macht er optisch am meisten her. : Bild: Frank Röth

          Schließlich der Braun: Er ist der Temposieger, spuckt die beiden Toasts bereits nach 124 Sekunden wieder heraus, allerdings ebenfalls nicht die erforderlichen zwei Zentimeter über den Gehäuserand, abermals ist Nachhilfe mit dem Hebel angesagt. Zudem gibt es einen deutlich sichtbaren Unterschied zwischen dem Bräunungsgrad des vorderen, eher hellen und des hinteren, eher dunklen Toasts. Das Ergebnis ist reproduzierbar. Seine hohe Geschwindigkeit erzielt der Braun, weil er sich bis zu 1200 Watt genehmigt. Und er hat das längste Kabel, 107 Zentimeter.

          Der Braun Multiquick 5 bietet eine besonders schmale Form. Die Toastscheiben liegen in nur einem Schlitz hintereinander im Gerät.
          Der Braun Multiquick 5 bietet eine besonders schmale Form. Die Toastscheiben liegen in nur einem Schlitz hintereinander im Gerät. : Bild: Frank Röth

          Krümel im Geräteinnern sammeln sich bei allen drei Kandidaten in einer ausziehbaren Schublade, die sich schnell entnehmen lässt. Diese Krümelschublade fällt beim De’Longhi naturgemäß etwas breiter aus, hat einen barocken Griff, wirkt aber etwas instabil. Was uns am De’Longhi und Braun am meisten störte, ist die Gefahr, dass sich ungeduldige Menschen bei der Entnahme des fertigen Toasts die Finger verbrennen können, sofern sie auf den helfenden Hebel verzichten. Alle drei jungen Geräte nehmen sich mehr Zeit als ihre älteren Kollegen. Das Lebensmittel-Lexikon von 1979 konstatierte, dass der handelsübliche Röstapparat für die Zubereitung der „gold- bis dunkelbraun gefärbten Brotscheibe von zartknuspriger Oberfläche und röstaromatischem Geschmack“ bei zweiseitiger Hitzeeinwirkung 90 bis 120 Sekunden benötige.

          Zu den Extras eines modernen Toasters gehört nicht nur die Aufbackfunktion, sondern auch eine Option fürs Auftauen. Nur der De’Longhi hat eine Bagel-Funktion, die es erlaubt, Brot, Fladenbrot oder Muffins auf einer Seite zu toasten, während die andere kalt bleibt. Im Testessen der Redaktion wurde die hohe Qualität aller drei Toaster gelobt. Braun und Krups liefern ein ordentliches Produkt für rund 50 Euro. Der De’Longhi ist doppelt so teuer. Alle drei kommen ohne Internetanbindung, Vernetzung und App-Steuerung. Während der Blindverkostung in der Redaktion mit Salami und Bergkäse auf knusprigem Toastbrot wurde dergleichen jedoch nicht vermisst.

          Quelle: F.A.Z.

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