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Snowboards im Test : Suchtgefahr im Tiefschnee

Es muss nicht immer Tiefschnee sein, vor allen Dingen nicht abseits der Piste Bild: Johnny McCormack/Gallery Stock/laif

Snowboard fahren macht Riesenspaß. Wer glaubt, es sei eine Trendsportart nur für Jugendliche, der irrt. Probieren Sie es aus! Sechs Snowboards im Test.

          Snowboards sind nur etwas für junge Menschen mit bunten XXL-Hosen und weiten Kapuzenjacken, die im Rudel auf der Piste sitzen und sich per SMS die neuesten Anglizismen hin- und herschicken. Nein, das ist nicht so. Leider glaubt immer noch eine ganze Industrie, dass ihr Zielpublikum genau so aussieht und denkt. Deswegen wirbt man für seine neuen Modelle so: „Das Squad Rocker ist eben ein echtes Core Twin-Tip Board für spielerische Jib-Sessions sowie harte Park-Action.“ Oder gar so: „Das Villain hat sich zu einer einzigartigen Freestyle Maschine entwickelt. Konstruiert mit dem EQ Rad Sidecut, Rock Out Camper und Popster Booster. Louif for President.“ Wir hoffen, dass niemand diesem wilden Texter auf der Piste begegnet, und fordern, dass das Snowboard als Alternative zu den Ski endlich ernst genommen wird. Warum? Weil die Phase, als jeder mal mit diesen Brettern ein bisschen herumprobiert hat, längst vorbei ist. Weil das Snowboard facettenreiches Fahren ermöglicht. Und weil es eine besondere Sportart ist. Skihersteller buhlen zwar um die Gunst der Winterurlauber mit ihren Rockermodellen für den schnellen Dreh oder den tiefen Schnee. Doch welche Bretter ermöglichen spontanes Springen, rückwärtsfahren, exzessives Carven, auf Tiefschnee gleiten und Spaß bei der Schussfahrt? Snowboards.

          Marco Dettweiler
          Sebastian Eder

          Redakteur im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Wir haben auf dem Söldener Gletscher sechs recht unterschiedliche Typen ausprobiert. Für jeden „Rider“ ist etwas dabei: Universalist, Gasgeber, Schneesurfer, Spielkind, Parkfreund, Leichtfuß. Die Entscheidung, was man mit seinem Brett machen will, wird in der Regel durch drei Parameter beeinflusst: Länge, Härte und Ausrichtung. Wer sich etwa ein kurzes, eher weiches und absolut symmetrisches FreestyleBoard aussucht, wird sich nicht unbedingt neben der Piste im Tiefschnee wiederfinden oder den Berg hinunterheizen, sondern verspielt auf der Piste Pirouetten drehen, eine Weile rückwärtsfahren und kleine Sprünge einbauen. Und wer ein etwas schwereres, längeres Allmountain-Board unter den Füßen hat, will eher Geschwindigkeit aufnehmen.

          K2 Subculture

          Los geht’s, auf die Piste: Das K2 Subculture weigert sich, einer bestimmten Kategorie anzugehören. Es macht nahezu überall, was es soll. Kurze Schwünge auf Ziehwegen gelingen kontrolliert. Bei großen Carving-Gesten auf breiter Piste zieht die Kante solide eine schmale Spur in den Schnee. Auch die Schussfahrt fühlt sich gut an. K2 hat ein Brett ohne Überraschungen geschaffen. Das ist positiv gemeint. Wer sich einen VW Golf kauft, weil er ein grundsolides Auto haben will, wird sich auch für Snowboards wie das Subculture entscheiden. Der Tiefschnee stellt das K2-Brett ebenso wenig vor ein Problem wie die Rückwärtsfahrt auf der Piste. Ein Sprung gefällig? Sichere Landung für Könner garantiert. Während wir das Subculture abschnallen, suchen wir nach Schwächen. Die gibt es irgendwie nicht. Ein echter Allrounder eben. O.k., man muss in jeder Situation auch ein bisschen arbeiten, aber wir sind ja nicht zum Spaß hier.

          Mittlere Härte, Gewicht und Länge gewöhnlich. Ein Allmountain-Board für Universalisten. Für jedes Terrain geeignet, erfordert immer etwas Arbeit. Überrascht nie, bleibt in allen Lagen stabil. 440 Euro.

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