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Salatschleudern : Volle Drehung für das zarte Grün

  • -Aktualisiert am

Grüner Wirbelwind: Ein Kopfsalat auf Hochtouren Bild: Peter Thomas

Mit der Kraft der Zentrifuge: Salatschleudern trennen die Blätter vom Waschwasser und sorgen für einen knackigen Genuss. Beim Antrieb reicht die Spanne von purer Muskelkraft bis zur motorisierten Variante.

          Knackig und sauber soll er sein. Damit Salat diese Grundforderungen an den appetitlichen Verzehr erfüllt, wird er gewaschen. Danach sollte man ihn schnell und sorgfältig trocknen. Wenn die Blätter zu lange feucht bleiben, dann werden sie lappig. Und da hilft auch kein schnelles Servieren nach dem Waschen: Haftet noch zu viel Wasser am Salat, binden sich die Blätter schlecht mit der Vinaigrette. Und die macht das Blattgrün ja für die meisten Esser erst zum sommerlich-leichten Leckerbissen. Das Problem ist nicht zu unterschätzen: Ein Kopfsalat hat schließlich eine Oberfläche von bis zu einem Quadratmeter - informiert die Staatliche Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan - reichlich Platz für das Waschwasser, um an den Blättern haften zu bleiben.

          Salatschleudern sind deshalb weit verbreitet in Haushalten und professionellen Küchen. Ihr Prinzip ist immer gleich: Sie lassen das empfindliche Gemüse mit hoher Drehzahl in einem perforierten Behälter rotieren. Die dabei wirkende Zentrifugalkraft lässt das noch an den Blättern haftende Waschwasser nach außen abperlen - es gelangt durch die Maschen des Korbes in die äußere Schüssel, läuft an deren Wand nach unten und wird dort gesammelt. Das funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie die Wäscheschleuder - mit dem Unterschied, dass Salatblätter im Gegensatz zu Textilien das Wasser kaum durchlassen und deshalb beim Schleudern stärker bewegt werden müssen.

          Der Schleudersack sollte nur in großen Küchen verwendet werden

          Es gibt jedoch keinen einheitlichen Weg, diese Erkenntnis in alltagstaugliche Technik umzusetzen. Das zeigt jeder Blick auf die aktuellen Angebote der Hersteller von Küchengeräten. Die Vielfalt der Lösungen für Kraftübertragung und Antriebstechnik ist groß, dazu kommt die Kombination verschiedener Funktionen - und erst recht die Gestaltung. So reicht die Spannweite der Maschinen vom historisch anmutenden Schleudersack für die heimische Küche bis zur Großmaschine, die im industriellen Bereich eingesetzt wird und die Salatfracht in Zentnern misst. All diese Geräte interpretieren das physikalische Prinzip der Trocknung durch Zentrifugalkraft auf ihre Weise.

          Die Technik von Salatschleudern kennt verschiedene Wege, um Blätter rotieren zu lassen. Ob gezogen...

          Für den privaten Anwender dürften jene Salatschleudern am interessantesten sein, die aus einer äußeren Schüssel, einem rotierenden Siebkorb und einem Deckel mit Mechanik zur Kraftübertragung ausgerüstet sind. Der Schleudersack dagegen ist eher eine moderne Weiterentwicklung alter Salattrockner, die aus zwei halbkugelförmigen Sieben bestanden. Geschlossen bildeten diese Siebe einen Ball, der am ausgestreckten Arm mit einer Bewegung „wie Windmühlenflügel“ (nachzulesen bei Lucky Luke) geschleudert wurde und den Salat trocknete. Nachteil des Klassikers: In der Küche angewendet, würde das Verfahren für unschöne Spritzspuren im ganzen Raum sorgen. Der Schleudersack (bei Manufactum für 32 Euro zu haben) ist deshalb zweiteilig aufgebaut: Ein Netzbeutel wird von einer weiter geschnittenen Tasche aus wasserfestem Stoff umschlossen. Etwas umständlich ist die Bedienung des Beutels dennoch, wir jedenfalls lassen den Beutel nicht im Gefahrenfeld zwischen Deckenlampe, Rotweinflasche und heißem Schmortopf kreisen

          Trotz Materialverschleißes schleudert sie einwandfrei

          Gegenüber den voluminösen Schleuderschüsseln hat der Beutel zwar den großen Vorteil, sich auf kleinstem Raum zusammenlegen zu lassen. Mittlerweile gibt es aber auch herkömmliche Schleudern, bei denen sich Schüssel und Siebeinsatz zusammenfalten lassen - zum Beispiel die „Salatschleuder Smart Kitchen“ von Emsa für etwa 30 Euro. Aus mechanischer Perspektive interessiert vor allem der im Deckel untergebrachte Antrieb. Unsere eigene Küchenbiographie hat in den vergangenen Jahren zum Erwerb von drei verschiedenen Salatschleudern geführt. Nummer eins setzte die lineare Bewegung eines Zugseils in die Rotation des Siebeinsatzes (mit wechselnder Drehrichtung) um. Der Nachfolger besitzt ein Getriebe im Deckel, das die Bewegung einer Kurbel an den Korb weitergibt - mit gesteigerter Drehzahl. Und das jüngste Stück gehört zur Familie der Salatschleudern, bei denen ein Hebel oder Knauf im Deckel gedrückt wird - hier wandelt das Getriebe wiederum eine lineare Arbeit in die Drehbewegung um.

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