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Rodeln : Jetzt braucht es nur noch ein wenig Schnee

Damit der Schlitten Fahrt aufnimmt, ist es besser, wenn die Kufen nach unten zeigen. Und der Mensch gehört obendrauf. Bild: dpa

Rodeln macht Spaß, es fördert Körpergefühl und Kondition. Falls Schnee liegt. Das pure Erlebnis liefert nach unserem Geschmack das Hightech-Material Holz.

          Die Erinnerung verklärt vieles, aber sicher ist: Früher gab es in den deutschen Mittelgebirgen Schnee, der tatsächlich liegen geblieben ist. Sonntags haben die Frankfurter dann den Schlitten in den Kofferraum gepackt und sind in den Taunus gestartet, mit Sommerreifen – huch, hier ist ja die Straße glatt. Die Buben haben sich in den Siebzigern mit Schieben an der Steigung vor dem Waldparkplatz ein paar Mark verdient – und notfalls mit einem Eimer Wasser nachgeholfen.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das ist heute verjährt, und das Bergen erledigt inzwischen in den selten gewordenen Fällen der Havarie unentgeltlich der Geländewagen. Die Jahre kommen, die Jahre gehen – und mit ihnen die Schlittenmodelle. Solche, die an Sportgerät für Rodeln oder Skeleton erinnern, sind augenscheinlich wieder etwas aus der Mode gekommen. Je dünner die Kufen, desto schneller rennt er zwar, aber nur auf festem Untergrund. Wenn der Schnee etwas tiefer wird, ist die breite Auflage klar im Vorteil, das erklärt die Beliebtheit jener Lenkschlitten, deren Kufen wie Ski geformt sind.

          Gleitschuhe und Skibobs aus jenen Jahren, die Letztgenannten heißen heute Snowbikes, gibt es zwar noch, sie werden indes nur selten gesichtet. Geradeso wie diverses Zeugs aus Plastik vom Poporutscher über scheußliche Wannen mit Sitz bis hin zum Aufblasbaren – wir gönnen so etwas allen, die es haben.

          Die Männer vor und hinten geben dem Hornschlitten die Richtung vor. Bilderstrecke

          Rodeln kommt von Rütteln, und das pure Erlebnis liefert nach unserem Geschmack das Hightech-Material Holz. Das war schon Ende des neunzehnten Jahrhunderts so, als die ersten Spaßvögel aus einem Transportmittel für rutschige Flächen ein Freizeitgerät für den Jux auf dem verschneiten Waldweg gemacht haben. Geblieben ist seitdem das Grundgerüst aus Buche oder besser Esche auf Kufen, die mit Eisen beschlagen sind. Auf unserem stand Davos, er existiert heute noch. Und geblieben ist auch, dass man ihn nach kurzer Gaudi wieder mühsam nach oben ziehen muss.

          Weil wir vermuten, dass auch heuer unter dem Christbaum hier und da ein Schlitten lag: Jetzt braucht es nur noch ein wenig Schnee. Und falls uns der Klimawandel den Spaß verdirbt, schlittern wir halt künftig von Sanddünen hinunter.

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