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Outdoor-Ausrüstung : Muss ja nicht gleich der Mont Blanc sein

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Wanderung am Watzmann, der höchsten Erhebung der Berchtesgadener Alpen. Bild: dpa

Das Wandern ist beliebt wie nie, die Outdoor-Branche ist zur Stelle und macht auf umweltfreundlich. Man muss es aber nicht übertreiben mit der Ausrüstung. Worauf zu achten ist.

          Der Faden der Geduld ist bei Jean-Marc Peillex, dem Bürgermeister von Saint-Gervais-les-Bains, Mitte August gerissen. Auf dem Gebiet seiner Gemeinde liegt der Gipfel des Mont Blanc, und was sich am höchsten Berg der Alpen in diesem Sommer abspielte, wollte er nicht länger dulden. Wieder gab es Tote und vermisste Bergsteiger, abermals mussten Mont-Blanc-Aspiranten vom Berg gerettet werden, darunter eine ungarische Familie mit ihren neun Jahre alten Zwillingen. Das war zu viel. Der Mont Blanc sei weder Disneyland noch ein Spielplatz, wetterte der Bürgermeister. Wer fortan auf den Berg wolle, müsse eine Grundausrüstung dabeihaben. Dazu zählt Peillex warme Kleidung, Eispickel, Steigeisen und auch Sonnencreme. Wer ohne ausreichende Ausrüstung am Berg angetroffen wird, dem droht nun ein Bußgeld von 38 Euro.

          Es muss ja nicht gleich der Mont Blanc sein, aber auch an niedrigeren Bergen sollte die Ausrüstung stimmen. Doch was muss unbedingt mit? Ein Regenschirmhalter für den Rucksack, wie er auf der Outdoor-Messe in Friedrichshafen präsentiert wurde, ist eher Geschmackssache, wie so vieles bei der Ausrüstung. Einiges aber ist nicht verhandelbar. Zweifellos wichtigster Bestandteil sind die Schuhe. „Das richtige Schuhwerk ist ein entscheidender Faktor für Sicherheit und Freude beim Wandern. Von besonderer Bedeutung ist die Sohle, welche sowohl auf Gras und Erde als auch auf Geröll und Fels einen guten Halt geben muss“, heißt es in der Bergwanderfibel des Österreichischen Kuratoriums für alpine Sicherheit. Denn Ausrutschen, Umkippen und Stolpern sind nach Herz-Kreislauf-Problemen die zweithäufigsten Todesursachen am Berg.

          Doch Schuh ist nicht gleich Schuh. Er sollte zum jeweiligen Fuß passen, um im Gelände die notwendige Stabilität zu gewährleisten. Von der Passform hängt auch ab, dass man sich keine Blasen an Zehen oder Ferse läuft. Wenn man mit Blasen rechnet, klebt man sich, bevor man in den Schuh schlüpft, über die neuralgischen Stellen Tape. Wobei die Erfahrung zeigt: Am Tape sollte man nicht sparen. Das feste aus der Apotheke ist deutlich besser als das dünne aus dem Drogeriemarkt. Auch mit den Strümpfen kann man experimentieren. Der Bamberger Hersteller CEP, der unter anderem Kompressionsstrümpfe für Läufer herstellt, hat auch Outdoor-Socken im Angebot. Der Vorteil: Sie liegen eng an und bilden keine störenden Falten.

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          Die Frage nach dem richtigen Schuh ist nicht nur mit dem Hinweis auf die Passform zu beantworten. Der Schuh muss auch zur Aktivität passen. Leichte Trailrunning-Schuhe haben auf einem Gletscher nichts verloren. Dagegen braucht man für Wanderungen auf breiten Wegen, die sogar mit einem Kinderwagen befahren werden können, keine steigeisenfesten Bergschuhe.

          Das ist der Grund, weshalb Bergsteiger meist mehrere Paar Schuhe zu Hause stehen haben. Etwas festere Zustiegschuhe, mit denen man gut zu alpinen Kletterfelsen kommt und auch sonst auf Wanderungen gut ausgestattet ist. Schuhe für felsiges Gelände, mit denen man auch im Klettersteig trittsicher unterwegs ist und auf die auch Steigeisen montiert werden können, falls man bei einem Aufstieg über einen Gletscher gehen muss. Und wer höher hinauf will, hat für diesen Zweck isolierte Hochtourenschuhe zu Hause.

          Der jüngst vorgestellte Zustiegschuh Konseal FL Approach von Arcteryx wiegt nur 320 Gramm. Bei den Wanderschuhen wird dem Super Leggera von Dachstein eine besonders gute Passform zugeschrieben. Der Schuh hat ein gestricktes Obermaterial, das ihn so bequem machen soll wie einen Hausschuh. Von nächstem Jahr an gibt es ihn mit einer Gore-Tex-Membran ausgestattet. Ebenfalls in einer Gore-Tex-Ausführung kommt im nächsten Jahr der Ribelle von Scarpa in die Sportgeschäfte. Der Schuh sei ein Alleskönner, der vom Tal bis zum Gletschergipfel alles mitmache, heißt es. Daneben hat auch Salomon vom nächsten Jahr an ein Multitalent im Angebot. Der Outpath ist mit 330 Gramm ein leichter Wanderschuh mit extremem Grip. Ihn gibt es auch in einer Gore-Tex-Version samt Gamasche, die gegen Schmutz schützt und dem Knöchel Halt bietet. Für alle, die es lieber traditionell mögen, hat der bayerische Schuhhersteller Meindl ein besonderes Angebot: einen zwiegenähten Lederstiefel. Das braune Leder stammt von Biorindern, von denen der Hersteller sogar weiß, wie sie hießen, wo sie aufgezogen und wo sie geschlachtet wurden.

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