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Eine Legende der Luftfahrt : Connie kann nicht mehr

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Flügellahm: So ist die Connie der Lufthansa ein trauriger Anblick. Bild: Ralph M. Pettersen

Seit zehn Jahren restauriert die Lufthansa eine 1957 gebaute Starliner. Der Wiederaufbau verschlingt Millionen. Nun scheint das Projekt endgültig gescheitert.

          Sie ist eine Legende der Luftfahrt: Die Lockheed Starliner L-1649A war Ende der 1950er Jahre das größte und luxuriöseste Modell der Super-Constellation-Baureihe. Die Propellermaschinen wurden wegen ihrer eleganten Form und des ungewöhnlichen Dreifach-Seitenleitwerks als „schönste Flugzeuge der Welt“ bezeichnet. Durch ihre moderne Druckkabine konnte sie schon über dem Wettergeschehen fliegen und so bis zu 100 Passagieren einen für die damalige Zeit ungewohnten Komfort bieten. Vier dieser Maschinen flogen einst für die Lufthansa unter der Bezeichnung „Super Star“. Die Lufthansa restauriert seit zehn Jahren eine 1957 gebaute Starliner. Sie wollte von 2020 an Nostalgieflüge mit dem Oldie anbieten. Das Projekt scheint endgültig gescheitert. Im eigens gebauten Hangar in Auburn im amerikanischen Maine steht die Maschine jetzt ohne Flügel. Weil sie nach Deutschland gebracht werden soll, mussten die Tragflächen abmontiert werden. Experten glauben, die Struktur der Maschine sei dadurch entscheidend geschwächt, sie werde nie mehr flugfähig.

          Ursprünglich war vorgesehen, die Maschine in Amerika zum Erstflug zu bringen. Dort sollte auch ein Teil der Flugerprobung stattfinden und die Zulassung durch die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA erfolgen. Anschließend sollte sie auf der gleichen Route wie vor 60 Jahren über den Nordatlantik in die neue Heimat Deutschland fliegen. Mit einer Junkers Ju-52 betreibt die Lufthansa schon einen Oldtimer, der seit vielen Jahren Rundflüge in Mitteleuropa absolviert.

          Das Geschehen nahm seinen Lauf, als vor elf Jahren drei fluguntaugliche L-1649A Starliner von der Lufthansa ersteigert wurden, um daraus eine Maschine mit einem „Besser-als-neu-Zustand“ zu machen. Fachleute schätzen die bisher investierte Summe auf mehr als 100 Millionen Euro. Lufthansa Technik, ein Tochterunternehmen des Konzerns, übernahm bisher den Wiederaufbau. Dass der so kostspielig wurde, liegt auch daran, dass die Super Star eines Tages wie ein modernes Flugzeug Passagiere befördern sollte, das Ganze in Qualität der Airline. Es waren Kollisionswarner vorgesehen, dazu Flugplanungs- und Navigationssysteme, wie sie Boeing oder Airbus heute an Bord haben. Der Oldie sollte im Instrumentenflug fliegen können und damit allwettertauglich sein. Allerdings hätte allein die Bereitstellung des für die Kolbenmotoren notwendigen, seltenen Flugbenzins vom Typ Avgas einen logistischen Albtraum bedeutet, da alle modernen Jets oder Turboprops mit Kerosin fliegen.

          Um dem späteren Pilotennachwuchs das Fliegen mit dem Klassiker zu erleichtern, sollte sogar ein Glascockpit mit mehreren Bildschirmen eingebaut werden. Allerdings macht so viel Hightech eine Luftfahrtzulassung für ein Oldtimer-Einzelstück teuer und kompliziert. Gerüchten aus der Branche zufolge hat die amerikanische Luftfahrtbehörde zur Überraschung der deutschen Verantwortlichen die Zulassung des Glascockpits verweigert. Die Kosten liefen laut Fachleuten derart aus dem Ruder, dass die Lufthansa-Spitze die Notbremse zog.

          In der Welt gibt es nur zwei flugfähige Super Constellation der kleineren Baureihe L-1049, die „Star of Switzerland“ aus der Schweiz und eine Maschine in Australien. Die eidgenössische Super Connie steht derzeit in Kloten. Sie soll nach fast zweijährigen Reparaturen rechtzeitig zur Flugsaison 2019 wieder abheben. Mit dem Schweizer Flugzeug hatten deutsche Lufthansa-Piloten und Flugingenieure sogar schon trainiert.

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