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Klo und so : Kein stiller Ort

Gute Aussichten: Beim Blick aus der 49.Etage der Commerzbank-Zentrale über Frankfurt kann man richtig loslassen. Bild: dpa

Wovon man nicht gern spricht: Das Klo hat beeindruckende Facetten. Eine Reise durch die Welt der stillen Örtchen. Da bleibt kein Keramikbecken trocken.

          Es kommt nicht oft vor, dass Menschengemachtes alle Sinne reizt. Mit Blick auf die Entledigung von Stoffwechselprodukten muss das nicht immer ein Genuss sein. Doch die Designer mühen sich, eine angenehme Umgebung mit Komfort zu verbinden, zugleich soll sich die olfaktorische und auch die Geräuschbelästigung in Grenzen halten. Denn der Name trügt, ein stiller Ort ist jener Platz nicht immer.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Dort Intimität zu suchen ist auch nicht naturgegeben, die alten Römer saßen beim Stuhlgang zwar nicht auf Stühlen, aber dicht beieinander und plauderten. Dabei kam wohl mancher Abschluss zustande, woher vielleicht die Umschreibung der Verrichtung als kleines oder großes Geschäft rührt.

          Mit Macht: Auch der stärkste Held muss mal. Fraglich ist, wo er die Rüstung hingehängt hat. Bilderstrecke
          Mit Macht: Auch der stärkste Held muss mal. Fraglich ist, wo er die Rüstung hingehängt hat. :

          Überhaupt tut sich die Sprache schwer damit, sie greift verschämt zu Euphemismen. Locus heißt lateinisch nur Ort. Ein Klosett ist es, wie gesagt, auch nicht immer, wobei die Anfänge der abgeschlossenen Kammer im Dunkeln liegen. Nur wenig erhellend ist das Herz im bekannten Holzhäuschen, wer es erfunden hat, wissen wir nicht. Ein solches Plumpsklo versah an der elterlichen Jagdhütte unauffällig seinen Dienst, wenigstens war es abschließbar. Die Kombination des Klos mit Wasser zum WC ist sprachlich also nicht immer korrekt, vielerorts ist jenes zu kostbar, um damit das Unerwünschte wegzuspülen. Es als Abtritt oder Abort zu bezeichnen gilt als veraltet, außerdem sind jene Wörter wie auch die Toilette doppelt besetzt. Halten wir also fest: Eine stets passende Bezeichnung muss noch gefunden werden.

          Zurück zur technischen Entwicklung. Von der Hocke über einer einfachen Grube, den Donnerbalken und den Nachttöpfen, die jahrhundertelang ungeniert in den Rinnstein entleert wurden, bis zur modernen Kloschüssel ist es ein langer Weg. Dort ist es heute so bequem, dass man gar nicht mehr herunter möchte. Beheizbare Brillen und Beleuchtung verwöhnen den Benutzer, eine ausfahrbare Dusche putzt ihn. Die Oberfläche ist beschichtet, das Becken ohne Rand und daher leicht zu reinigen. Der letzte Schrei ließ sich jetzt auf der Sanitärmesse in Frankfurt bewundern: die Steuerung über App. Sie dient weniger dazu, Besucher zu ärgern; aber das WC nimmt eine Urinprobe und übermittelt die Werte.

          Quelle: F.A.S.

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