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Salzluft in der Heimsauna : Tief einatmen bitte

  • -Aktualisiert am

Saltpro X von Klafs Bild: Hersteller

Klafs bringt mit dem Saltpro X Salzluft in die Heimsauna. Das Einatmen salzhaltiger Luft ist förderlich für die Atemwege, nicht nur bei akuten Erkrankungen.

          Die Salzgrotten in Wellnesstempeln und Saunen sind meist gut besucht. Das Einatmen salzhaltiger Luft ist förderlich für die Atemwege, nicht nur bei akuten Erkrankungen, und wer nicht jährlich an die Nordsee reisen kann oder einen Kurort mit Gradierwerk in der Nähe hat, der holt sich seine Portion Salzluft in einer Grotte oder Höhle. Oder neuerdings zu Hause: Denn von Klafs gibt es jetzt ein Gerät, mit dem man in der eigenen Sauna oder Infrarotkabine einen Trockensalznebel erzeugen und inhalieren kann, wann immer man Lust und Zeit hat. Im Microsalt Saltpro X, einem Micronizer zur Vernebelung von Salzkristallen, steckt eine patentierte Technik für den gewerblichen Einsatz, welche Klafs für die private Anwendung weiterentwickelt und auf den Markt gebracht hat.

          Auf einem Elektromotor, der im Gerät unter dem Salzbecher eingebaut ist und mit 1000/min läuft, sitzt ein Magnet. In den Becher gibt man hochfeines Steinsalz und eine winzige Edelstahlkugel. Dieses Kügelchen wird über Induktion in starke Rotation versetzt, was die Salzkristalle mitreißt, sie durch Reibung zu mikrofeinen Partikeln mit abgerundeten Kanten vernebelt und dabei negativ auflädt (triboelektrischer Effekt). Das entstehende Aerosol steigt im Becher nach oben und wird vom Luftstrom, den ein kleiner Ventilator erzeugt, in den Raum geblasen und verteilt, die Ionisation fördert die Verbreitung im Raum. Die technischen Herausforderungen dabei sind, dass das Salz nicht feucht werden darf und die Partikel eine definierte Größe erreichen. Zu große Partikel können Augen und Schleimhäute reizen. Mit dem Saltpro X werden Partikel von unter 5 Mikrometer von größeren getrennt, nur solche mit bis zu 2 Mikrometer werden in den Raum gepustet und können sich beim Einatmen bis in den letzten Lungenzipfel verteilen.

          Die Pflege des Gerätes erfordert wenig Aufwand.
          Die Pflege des Gerätes erfordert wenig Aufwand. : Bild: Schramm

          Als das Testgerät ankam, laborierten wir passenderweise an einer leichten Erkältung, und so kam es uns gerade recht. Wir haben es in einer Infrarotkabine ausprobiert. Die Installation ist problemlos: Wandhalter anschrauben und das Teil einhängen, den Akku laden, aus der Metalldose mit einem doppelten Deckel (aus Feuchtigkeitsschutz) einen der 50 für eine Stunde Anwendung portionierten Salzsticks in den herausnehmbaren Salzbecher kippen, dazu ein Mahlkügelchen – fertig. Zu beachten ist, dass die Kabine auf 30 bis 50 Grad vorgeheizt wird und die relative Luftfeuchtigkeit nicht über 40 Prozent liegen darf. Denn nur mit trockenem Salznebel können die gewünschten positiven Effekte auf die Atemwege erreicht werden.

          Nach dem Einschalten dauert es zehn Minuten, bis der Salznebel die gewünschte Konzentration von 10 Milligramm je Kubikmeter Luft erreicht hat, dann wechselt die Lichtfarbe auf Blau. Man beobachtet die Rotation der Salzkristalle im Becher und hört ein leises Knistern, aber alle fünf Minuten prasselt es kräftig: Für fünf Sekunden dreht der Motor auf bis 1500/min und sorgt für einen kleinen Turboeffekt im Becher: Die gleichmäßig rotierenden Kristalle werden ordentlich durcheinandergewirbelt, damit sich wieder kleinere an größeren reiben können. Das ist einer der Tricks für die Entstehung des Salznebels. Das wiederholt sich bis zum automatischen Ausschalten nach der programmierten Gesamtdauer von 60 Minuten. Wer will und genug Zeit hat, kann ein bisschen länger sitzen bleiben, denn das Salz reicht nach unserer Erfahrung für mehr als eine Stunde. Sollte die Temperatur in der Kabine über 60 Grad steigen, schaltet sich das Gerät automatisch aus, was in einer Infrarotkabine kaum passieren kann.

          Rein subjektiv haben wir die wiederholten Sitzungen als angenehm empfunden. Bis zu zwei Stunden dauerte es danach, bis die Nase wieder verstopft war und die Hustenattacken einsetzten. Wir hatten das Gefühl, dass die Sache relativ schnell abgeklungen ist, wohlgemerkt ein persönlicher Eindruck, wir wissen über die Wirksamkeit von Placebos. Aber es gibt genug wissenschaftliche Studien zum positiven Einfluss von salzhaltiger Luft auf die Atemwege.

          Die Pflege des Geräts aus ABS-Kunststoff (280 × 142 × 82 Millimeter), das man überall hin mitnehmen kann, wo es eine geeignete Räumlichkeit gibt, erfordert wenig Aufwand. Mit einer weichen Bürste reinigt man den Nebelkanal und den Auslassstutzen, an dem sich ein Hauch von Salzbelag bildet; mit dem magnetischen Bürstenstiel fischt man das Mahlkügelchen aus den Salzresten und bewahrt es in einem Röhrchen bis zum nächsten Mal auf.

          Die Mini-Kugel mit ihrer lebensmittelechten Beschichtung erfordert ebenfalls Aufmerksamkeit: Wenn sie nach einiger Zeit blank ist, muss man sie austauschen. Im Lieferumfang sind drei enthalten. Nach einigen Zyklen erreicht der eingebaute NiMh-Akku seine maximale Kapazität. Das genügt für vier bis fünf Sitzungen und wird am Gerät mit fünf Balken angezeigt. Klafs legt Wert auf die Feststellung, dass der Akku weder brennen noch explodieren kann. l490 Euro kostet es, sich Nordseeluft ins binnenländische Haus zu holen.

          Quelle: F.A.Z.

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