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Innovation in der Uhrenbranche : Schwingen ohne die Schweizer

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Das Swing-System sorgt dafür, dass die Kraft aus der gespannten Feder im Federhaus richtig portioniert und gleichmäßig abgegeben wird. Ohne diese „Bremse“ würden sich die Räder im Werk nach dem Aufziehen rasend schnell drehen, die Feder würde sich entspannen, die Uhr bliebe nach wenigen Sekunden stehen, statt fast zwei Tage lang eine Million Takte zu absolvieren. Aus dem Anhalten und Loslassen des Ankerrads durch den Anker, das aus dem Zusammenspiel der Reglage-Teile resultiert, entsteht das für eine mechanische Uhr typische Tick und Tack.

Allein die Konstruktion dieser beiden Teile ist eine Wissenschaft für sich, jeder einzelne Zahn und jedes Beinchen am Anker ist in Form und Richtung berechnet und muss aufs My genau gefertigt werden. Nomos Glashütte hat spezielle Maschinen, mit denen die Präzision der Einzelteile geprüft und reguliert wird. Man könnte etwa das Richten eines Unruh-Reifs mit dem Auswuchten eines Reifens vergleichen, nur dass hier eventuell ein Tausendstel Gramm Material abgetragen statt ein Gewicht angebracht wird. Es gibt nur wenige Unternehmen auf der Welt, die diese Kalibrierung, Klassifizierung und Justage beherrschen.

Als Erstes bekommt die neue Metro das Assortiment

Gut 11 Millionen Euro hat Nomos Glashütte bisher in das Swing-System und die dafür nötigen Drehteile investiert. Die Manufaktur hatte sich schon vor Jahren das Ziel gesetzt, möglichst unabhängig von Zulieferern zu werden und daher mit der Entwicklung des Rädersatzes begonnen, und zwar nicht empirisch wie bisher in der Uhrenbranche üblich, sondern rechnerisch. Daraus ergab sich fast zwangsläufig der Ansporn, auch die Reglage in eigener Regie zu entwickeln. Heute kann das Unternehmen dem drohenden Lieferstopp seitens der Swatch Group gelassen entgegensehen. Und dass die Glashütter das sensationelle System ohne Aufpreis nach und nach in die Kollektion einführen werden, macht die Sache nur noch besser.

Als Erstes wird die neue Metro mit dem hauseigenen Assortiment bestückt, das in das von Nomos selbst entwickelte Handaufzugskaliber DUW 4401 integriert ist. Es ist eine Uhr ganz in der Designsprache von Nomos, die jeder erkennt, der einmal ein Modell dieses Hauses bewusst wahrgenommen hat. Schnörkellos, mit klaren Formen präsentiert sie sich in einem 37-Millimeter-Edelstahlgehäuse mit gewölbtem Saphirglas über dem weiß versilberten Zifferblatt und einem Saphirglasboden, damit man das schöne neue Assortiment auch erkennt. Eine Besonderheit für eine Uhr mit Handaufzug ist die patentierte Gangreserveanzeige in einem mintfarbenen Fenster oberhalb des Mittelpunkts, die anzeigt, wann dem Werk die Kraft ausgeht. Über dem Datumsfenster auf der „6“ ist der rote Zeiger der Kleinen Sekunde ein weiterer Farbklecks. Die feinen, schwarzen Zeiger verjüngen sich, der große reicht bis an die Minuterie heran. Die Krone am 7,7 Millimeter hohen Gehäuse ist dank Punktrelief sehr griffig, die archetypischen Bandanstöße identifiziert man auf den zweiten Blick als Schnellwechsel-Federstege für das schwarze Lederband. 2600 Euro kostet das Ticket für diese Metro, mit ihr fährt Nomos Glashütte Richtung Zukunft.

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