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Gartenbau : Ein Hoch auf das Beet

Das Material lässt sich verkleiden. Bild: Hersteller

Terrassen aus flexiblen Platten sparen Platz und erhöhen die Ausbeute. Sie sind leicht aufzubauen. Und die Ernte ist im Stehen möglich.

          Manch schöne Erfindung wissen viele erst im vorgerückten Alter zu schätzen. Denn mit der Rente kommt die Freizeit für den Garten – indessen, das Bücken macht Mühe. Da ist ein Hochbeet ein Segen, es erspart den krummen Rücken und das Rutschen auf den Knien. Im Handumdrehen ist Unkraut gerupft, und Getier lässt sich leichter von Blumen und Kräutern entfernen, falls es den Weg nach oben gefunden hat. Solche Produkte werden in allerlei Formen aus verschiedenen Materialien angeboten, die meisten davon sind schwer, sperrig und teuer.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das muss nicht sein. Das etwas andere Hochbeet des Darmstädter Erfinders Claus E. Fischer haben wir vor elf Jahren kurz vorgestellt, es ist leicht, transportabel und kostet nicht allzu viel. Neu ist jetzt die terrassenförmige Anlage in mehreren Etagen. Bis zu drei sind sinnvoll, auf das runde Hochbeet wird einfach exzentrisch ein kleinerer Ring gesetzt. Zwar steigt die Grundfläche dadurch nicht, es finden aber mehr Pflanzen auf der Anlage Platz. Die flexiblen Elemente aus schwarzem Polyethylen sind leicht zu bearbeiten, gesundheitlich unbedenklich und temperaturbeständig. Es gibt es in verschiedenen Höhen; sie sind einen Meter breit und werden wie eine Manschette zusammengesteckt. Fünf ergeben einen Kreis von 140 Zentimeter Durchmesser, mit sechs werden 168 erreicht. Mehr ist möglich, allerdings langt dann der Arm nicht mehr bis in die Mitte des Beetes.

          Denn der nackte schwarze Kunststoff ist nicht jedermanns Sache.
          Denn der nackte schwarze Kunststoff ist nicht jedermanns Sache. : Bild: Hersteller

          Der erste Eindruck ist zwiespältig: Das soll halten? Die Kunststoffplatten sind nur zwei Millimeter stark, das wirkt beim Zusammenbau mehr als flexibel. Rund wird es auch nicht von allein, wir brauchten mehrere Anläufe. Um das Beet genau in die Waagerechte zu bekommen, haben wir mit leichten Hammerschlägen nachgeholfen. Seitdem gefällt das Ergebnis. Der wabbelige Eindruck verfliegt beim Befüllen, ein Hochbeet mit einer Fläche von gut 1,2 Quadratmeter hat allerdings ein erschreckendes Fassungsvermögen. Was unten hineinkommt, ist freilich egal, es kann der Komposthaufen sein, über den das Beet einfach gehoben wird. Oder Steine und leere Kanister oder ein Baumstumpf. Obendrauf kommt eine Deckschicht aus Humus, dann können Pflanzen hinein. Der zweite Ring war auch rasch gelegt, alles ohne Stützelemente und Querstreben – simpler geht’s nicht.

          Die Elemente gibt es direkt bei Fischer und Tipps für den Garten gratis dazu. Eines für den oberen Ring von 25 Zentimeter Höhe kostet knapp 10 Euro, eines mit 50 Zentimetern Breite das Doppelte. Gebraucht werden mindestens fünf unten und drei oben. Den leichten Aufbau können wir bestätigen. Wie viel höher der Ertrag durch die Terrassierung ausfällt, wird sich zeigen.

          Quelle: F.A.Z.

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