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Evnroll Golfschläger : Wenn Putten wie von selbst klappt

  • -Aktualisiert am

Putten will gelernt sein: Tiger Woods sucht hier bei den British Open nach der richtigen Linie. Bild: AFP

Ein amerikanischer Produzent von Golfschlägern will das Putten revolutionieren. Mit Evnroll soll der letzte Schlag zum Ziel ein Kinderspiel werden.

          Guerin Rife blickt auf eine lange, erfolgreiche Karriere als Hersteller von Puttern zurück. Der Amerikaner war Mitte der neunziger Jahre der erste Hersteller, der Rillen in diesen Golfschläger fräsen ließ, eine Technik, die er an andere Firmen lizenzierte. Heute haben fast alle Firmen Putter mit Rillen im Angebot. Noch immer sind Putter, die den Namen Rife tragen, auf dem Markt. Allerdings haben diese Flatsticks, wie sie im amerikanischen Jargon der Branche auch genannt werden, außer dem Namen nichts mit dem heute 65 Jahre alten Unternehmer aus Carlsbad in Kalifornien gemein.

          Die Rife-Putter hatten sich 2006 auf dem Markt als größter unabhängiger Putter-Hersteller etabliert. „Wir hatten im Jahr für zehn Millionen Dollar Putter in 17 Ländern in mehr als 3000 Geschäften verkauft. Etliche Tourspieler, vor allem auf der Senior Tour, gewannen mit unseren Puttern Turniere. Trotzdem machten wir keinen Gewinn, weil wir zu viel Geld ausgeben mussten, um unseren Namen bekanntzumachen.“ Weil der eigentliche Plan scheiterte, Rife-Putter in das Unternehmen Puma Cobra einzugliedern und Rife als Chefdesigner weiter zu beschäftigen, verkaufte Rife 2008 alles samt seinem Namen an eine Investorengruppe.

          Doch nach kurzer Pause gründete Rife zusammen mit seinem Kompagnon Steve Riley abermals. Ursprünglich vertrieb das neue Unternehmen Putter unter seinem Vornamen Guerin. Später wurde daraus Evnroll, ein Name, der schon darauf hindeutet, was man mit diesen Puttern erreichen soll: ein gerades (even) Rollen, möglichst immer in Richtung Loch. Rife schafft das durch ein neues mittlerweile patentiertes Rillendesign. Die Rillen, im Englischen Grooves genannt, liegen in der Mitte, dem Sweetspot, also dem Punkt maximaler Kraftübertragung weiter auseinander und verjüngen sich zur Spitze (Toe) und zur Hacke (Heel) der Schlagfläche.

          Die Theorie dahinter klingt einleuchtend: Durch die weiter auseinander liegenden Rillen trifft weniger Masse auf den Ball. Dagegen hat der Ball bei nicht mittig getroffenen Bällen mehr Kontakt mit dem Stahl. Dadurch legt der Golfball, egal wo man ihn trifft, fast exakt die gleiche Distanz zurück. Bei seinen Tests entdeckte Rife ein weiteres Phänomen: Die abseits des Sweetspots getroffenen Bälle finden in sanften Kurven auf die geplante Linie zurück. Rife nennt es den Gear Effect – eine Entdeckung, die ihn selbst überraschte. Erst nach langem Tüfteln fand er heraus, wie stark sich die Rillen von der Mitte nach außen auf der Schlagfläche verjüngen müssen, um die gewünschten Effekte zu erreichen.

          Der Schlägerkopf des Evnroll von Rife.
          Der Schlägerkopf des Evnroll von Rife. : Bild: Hersteller

          Das klingt, als hätte Rife mit dieser neuen, patentierten Technik den Stein des Weisen gefunden. Viele Testberichte im Internet und schwärmerische Videos von sogenannten Influencern wie dem englischen Golflehrer Rick Shields lassen dies vermuten. „Evnroll ist eine Revolution. Jeder Golfer, der keinen Evnroll-Putter in der Tasche hat, spielt mit unterlegener Technik. Evnroll macht alle anderen Designs obsolet.“ Worte, die wie aus einem Werbetext klingen, aber sie sind das Fazit der Tests des Internet-Portals „www.mygolfspy.com“. In allen Kategorien, egal ob sogenannte klassische „Blade Putter“, bei denen sich nur wenig Masse hinter der Schlagfläche befindet, oder „Mallet Putter“, die, wie das englische Wort Mallet (Hammer) schon vermuten lässt, ein gegenteiliges Design aufweisen, gingen die Evnroll-Modelle als Sieger hervor.

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