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Flexible Schreibtische : Stehplatz auf der Arbeit bevorzugt

Exemplarisch getestet: Masterlift 4 von Inwerk Bild: Inwerk

Die Deutschen sitzen zu viel. So viel steht fest. Sport in der Freizeit hilft, aber Bewegung am Arbeitsplatz noch viel mehr. Dafür gibt es höhenverstellbare Schreibtische.

          Eigentlich hat der Zappelphilipp alles richtig gemacht. Weil der Junge nicht ruhig am Tisch sitzen wollte, hat er sich ständig mit seinem Stuhl bewegt. Hätten es ihm seine Eltern nicht verboten, wäre er während des Essens vermutlich auch aufgestanden. Der junge Philipp wollte in einer Position einfach nicht verharren. Aus pädagogischer Perspektive war es eher unklug, aus physiologischer Sicht jedoch der sinnvolle Ansatz. Das Problem der starren Haltung tritt heutzutage weniger im Esszimmer auf, sondern am Arbeitsplatz, an dem in Deutschland knapp 20 Millionen Menschen mindestens acht Stunden täglich sitzen.

          In der Regel tun sie das auf einem Schreibtischstuhl vor einem Computermonitor. Viele Menschen kommen nur dann in Bewegung, wenn sie auf die Toilette gehen, den Drucker nutzen oder sich einen Kaffee holen. In der restlichen Zeit wird gesessen. Das muss eigentlich nicht sein. Man kann auch am Tisch im Stehen schreiben, lesen oder telefonieren. Für genau diesen Zweck gibt es höhenverstellbare Schreibtische.

          Diese sind teurer als statische Tische. So dass sie in den Büros noch nicht zur Grundausstattung gehören. Dennoch gibt es einige Unternehmen in Deutschland, die Arbeitsplätze mit elektrisch höhenverstellbaren Schreibtischen ausstatten. Dabei muss noch nicht einmal die Option des Stehens der Grund für den Einsatz sein. Es geht manchen Unternehmen zunächst darum, wie man effizient das Konzept des geteilten Arbeitsplatzes umsetzt.

          Unternehmen wie Microsoft Deutschland oder die Lufthansa weisen nicht mehr jedem Mitarbeiter einen festen Schreibtisch zu. In der „neuen Welt des Arbeitens“ oder dem „New Workspace“ suchen sich Mitarbeiter je nach Projekt oder Laune einen passenden Schreibtisch im Gebäude. Weil diese laut Gesetzgeber in einer Sitzhöhe zwischen 62 und 82 Zentimeter flexibel einstellbar sein müssen, wäre es recht aufwendig, diesen jedes Mal mit einer Kurbel zu justieren oder von einem Hausmeister einstellen zu lassen. Also statten manche Arbeitgeber schon allein aus diesem Grund die neuen Arbeitsplätze mit höhenverstellbaren Schreibtischen aus.

          Manche Steuerelemente zeigen die Tischhöhe an. Bilderstrecke

          Dass an diesen auch im Stehen gearbeitet werden kann, ist umso besser. Wer an solchen Tischen arbeiten darf, wird die Abwechslung zum Sitzen nicht mehr missen wollen. Warum das so ist, spüren sensible Körper sofort und belegen Untersuchungen schon länger. Im Stehen wird der Kreislauf angeregt, die Atemzüge werden tiefer, weil der Bauch entspannter ist, die Herzfrequenz steigt, und der Körper verbraucht mehr Kalorien als im Sitzen. Die Unterschiede sind nicht gravierend, aber sie fördern die Gesundheit. Das gilt auch für den Aufbau der Muskulatur. Eine übliche Reaktion des Körpers ist die Reduktion all jener Partien, die über einen längeren Zeitraum nicht gebraucht werden. Beine oder Arme in Gips werden schon nach wenigen Wochen dünner. Wer den ganzen Tag sitzt, beansprucht die Stützmuskulatur im Rücken weniger, ihre Stabilität fehlt dann in anderen Situationen.

          Aus all diesen Gründen empfehlen viele Ärzte, Physiotherapeuten und Wissenschaftler, mindestens ein Viertel der Arbeitszeit nicht im Sitzen zu verbringen und sich zu bewegen. In der Wissenschaft wird dauerhaftes Sitzen sogar als Risikofaktor gewertet. Studien weisen nach, dass die Wahrscheinlichkeit für chronische Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder manche Krebsarten steigt, wenn während des Arbeitstages keine Abwechslung in der Körperhaltung stattfindet. In diesem Zusammenhang liest man immer wieder den Satz „Sitzen ist das neue Rauchen“.

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