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Girard-Perregaux : Understatement am Handgelenk

  • -Aktualisiert am

Die 1791 steht für das Gründungsjahr der Manufaktur. Bild: Martin Häussermann

Die Modelle von Girard-Perregaux haben Uhrengeschichte geschrieben. Bisher waren die Klassiker der „1966“ nur mit Rosegoldgehäuse zu haben. Mit dem neusten Modell ändert sich das jetzt.

          Das Tourbillon mit drei Goldbrücken steht wie keine andere Uhr für das Können der Manufaktur Girard-Perregaux. Mit diesem extravaganten Zeitmesser, der filigrane Uhrenmechanik spektakulär präsentiert, haben die Schweizer ein Stück Uhrengeschichte geschrieben - für das sie sich allerdings auch fürstlich entlohnen lassen. Wer Uhrmacherei auf hohem Niveau betreibt und für ein Drei-Brücken-Tourbillon den Gegenwert eines Luxus-Sportwagens verlangt, ist sicherlich kein Günstiganbieter.

          Und so waren bisher für den Klassiker des Hauses, das Modell 1966 mit drei Zeigern und Datumsanzeige, runde 14 000 Euro zu entrichten, schließlich war er ausschließlich im noblen Roségoldgehäuse erhältlich. Bisher. Denn seit kurzem ist die 1966 auch im Stahlgewand zu haben, wodurch sich der Preis fast halbiert hat (7800 Euro). Benannt ist die Uhr nach dem Jahr, in dem ihr historisches Vorbild erstmals vorgestellt wurde und dabei mehrere Auszeichnungen beim Chronometer-Wettbewerb des Observatoriums Neuchâtel gewann.

          Während beim Wechsel des Materials der Preis sank, stieg der Durchmesser von 38 auf 40 Millimeter. Eine Anpassung, die dem Zeitgeist geschuldet ist. Weil sie aber in der Höhe nur um 0,3 auf 8,9 Millimeter gewachsen ist, wirkt sie sogar noch ein wenig schlanker und eleganter, die Proportionen des durchgehend auf Hochglanz polierten dreiteiligen Gehäuses passen. Sanft geschwungene Bandanstöße sowie ein leicht gewölbter Boden sorgen dafür, dass sich die 1966 auch an schmalen Handgelenken gut tragen lässt. Wir waren vom Tragekomfort sehr angetan. Dazu trug auch das weiche Alligatorlederband mit Dornschließe bei. Eine Faltschließe, wie sie der eine oder andere von einer Uhr in diesem Segment vielleicht erwartet, erscheint uns angesichts des geringen Gewichts der Uhr als entbehrlich.

          Keine Effekthascherei

          Effekthascherei ist dieser Uhr gänzlich fremd. Das zeigt sich schon beim Blick aufs Zifferblatt. Es erscheint silbermatt und leicht nach außen gewölbt. Im Kontrast dazu stehen die aufgesetzten, an allen Seiten leicht facettierten Indexe aus poliertem Stahl sowie die ebenfalls polierten Stahlzeiger in einer angedeuteten Blattform (sogenannte Feuille-Zeiger). Die Minuterie wird durch schwarze Punkte am äußeren Zifferblattrand markiert. Dazu gesellt sich noch ein Fenster mit gerade noch ausreichend großer Datumsanzeige.

          Drehen wir die Uhr, so fällt uns zunächst der breite Rand um das Sichtfenster im Boden auf. Das ist der Tatsache geschuldet, dass das mit Schliffen veredelte Manufakturkaliber GP3300 mit einem Durchmesser von 25,6 Millimeter eigentlich für deutlich kleinere Uhren konzipiert war und in diesem 40 Millimeter-Gehäuse nun mehr als reichlich Platz hat. Das Automatikwerk wird durch einen in Keramikkugeln gelagerten Rotor beim Tragen mit Energie versorgt. Mit 3,2 Millimeter ist das GP3300 ziemlich flach, was aber seiner Gangstabilität keinen Abbruch tat. Wir ermittelten in zehn Tagen einen durchschnittlichen Vorgang von täglich fünf Sekunden, was als absolut akzeptabel gelten darf. Wohlgemerkt, das Gangverhalten einer Uhr hängt auch vom Trageverhalten des Besitzers ab, lässt sich aber von einem guten Uhrmacher auch entsprechend anpassen.

          Zum Angeben taugt diese schlichte, elegante Uhr überhaupt nicht. Doch wer sich etwas Schönes gönnen will, das von Kennern respektiert wird, darf die 1966 durchaus in die engere Wahl nehmen.

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