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Gefahr am Boden : Auf Kollisionskurs mit der Drohne

  • -Aktualisiert am

Hier droht Gefahr: Private Drohne fliegt in der Nähe des Flughafens Düsseldorf. Bild: dpa

Die Dekra führt Drohenunfälle herbei. Wenn die kleinen Fluggeräte gegen Fahrzeuge und Fußgänger prallen, kann das böse Folgen haben.

          Für die Deutsche Flugsicherung (DFS) ist die rapide ansteigende Zahl von Drohnen das sprichwörtliche rote Tuch. Allein zwischen Januar und Oktober letzten Jahres ereigneten sich 61 Zwischenfälle im Bereich deutscher Flughäfen, bei denen an- oder abfliegende Flugzeuge von Drohnen behindert oder gefährdet wurden. Zur wachsenden Gefahr im Luftraum gesellen sich zunehmende Risiken am Boden. Für Passanten und Zweiradfahrer ebenso wie für Fahrzeuge und deren Insassen, wie jetzt durchgeführte Crashtests der Sachverständigenorganisation Dekra zeigten.

          Drohnen mit einem Gewicht von weniger als zwei Kilogramm dürfen derzeit in Deutschland von jedermann ohne einen Befähigungsnachweis betrieben werden. Schätzungen zufolge sind bereits rund 400.000 Drohnen startklar, Tendenz: stark steigend. „Mit dem rasch anwachsenden Bestand steigt naturgemäß das Risiko“, warnt Stefan Schneider, Luftfahrtfachmann der Dekra Aviation. Käufern und Betreibern der ferngesteuerten Minifluggeräte empfiehlt er, sich über bestehende Vorschriften und Auflagen rechtzeitig zu informieren und sie zu befolgen. Das gelte für gewerbliche Drohnenbetreiber gleichermaßen wie für private Hobbypiloten. „Wer Unfälle vermeiden will, muss sich vor dem ersten Start vorbereiten. Die Drohne nach dem Kauf auszupacken und gleich mal vor dem Haus aufsteigen zu lassen geht gar nicht“, so der Fachmann.

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          Welche Gefahren von den Minifliegern ausgehen, demonstrierten einige Crashtests, die Dekra kürzlich in Bielefeld durchführte. Bei einem Versuch prallte eine 1,3 Kilogramm wiegende Drohne gegen einen Kinderdummy. Dabei brach ein Propellerblatt aus Karbon ab und verursachte an der Hand des Dummys eine Schnittwunde. „Moderne Drohnen haben häufig starke Motoren und stabile Propellerblätter“, erläutert Schneider. „Treffen sie Personen, können sie Verletzungen verursachen.“

          Schulung wird dringend empfohlen

          Bei einem zweiten Versuch krachte eine 1,8 Kilogramm schwere Drohne gegen die Frontscheibe eines 65 km/h fahrenden Personenwagens und geriet anschließend außer Kontrolle. Nicht mehr lenkbar stieg sie trotz ihrer Beschädigungen etwa vierzig bis fünfzig Meter auf. Nach dem Abschalten der Rotoren stürzte sie erwartungsgemäß zu Boden. „Beim Absturz hätte sie nicht nur Menschen verletzen können“, so das Fazit des Fachmanns. „Auch der Aufprall auf ein Fahrzeug kann zu Schreckreaktionen des Fahrers und Folgeunfällen führen.“

          Zu empfehlen für alle Drohnenbetreiber sei eine Schulung, wie sie, wen wundert es, von der Dekra und anderen Sachverständigenorganisationen angeboten wird. „Mit einem Befähigungsausweis lernt der Betreiber nicht nur die zahlreichen Vorschriften über Sperrgebiete, Flughöhe oder Sichtfluggebot kennen, sondern kann auch die Gefahren von Drohnenflügen einschätzen“, sagt Schneider. Zurzeit genügt noch eine freiwillige Schulung, künftig soll jedoch vor der Überreichung des Ausweises eine Prüfung obligatorisch werden.

          Wer gegen die Regeln der Flugsicherung verstößt, macht sich wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr strafbar und haftet für mögliche Schäden. Alle Betreiber von Drohnen, auch solchen von weniger als zwei Kilogramm Gewicht, müssen daher eine spezielle Haftpflichtversicherung für Luftfahrzeuge abschließen, weil eine private Haftpflichtversicherung im Regelfall nicht für Schäden eintritt. Ohne Versicherungsschutz haften Drohnenpiloten in unbegrenzter Höhe.

          Quelle: F.A.S.

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