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Brotbackautomaten im Test : Unser täglich Brot back ich selbst

Der Praktische: Brotbackautomat von Unold Bild: Foto Hersteller

Muss man wirklich seine Küche verwüsten, wenn man sein Brot selbst backen will? Ist dieses Schmierakel mit dem Teig tatsächlich so kompliziert? Kann man alles einem elektrischen Brotbackautomaten überlassen?

          Über wenige handwerklich eher einfache Vorgänge, wenn man einmal vom Geschmeidigmachen eines ledernen Fahrradsattels absieht, gibt es so viele Legenden wie übers Brotbacken. Im Grunde ist alles ziemlich einfach, aber in vielen Details abwandelbar. Deshalb gibt es unglaublich viele Rezepte, und allein die Begründung, warum es sinnvoll und Freude bereitend sei, sein Brot selbst zu backen, füllt Seiten in den vielen Büchern zum Thema (eine sicherlich nicht vollständige Liste im Internet umfasst rund 80 Titel). Infolgedessen kann ein Zeitungsartikel sich nur beschränken: Dieser hier tut das, indem er beschreibt, wie man es sich besonders einfach machen kann.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Erster Ansatz: Dafür gibt es doch Maschinen. Drei Brotbackautomaten wurden ausprobiert, der Kenwood BM 450 (rund 200 Euro), der SD-ZB2502 von Panasonic (rund 230 Euro) und der Unold 68511 Backmeister Extra (rund 150 Euro, alle Preisangaben UVP). Die einzelnen Geräte werden zu stark unterschiedlichen Preisen gehandelt. Alle drei können nicht nur Brot backen, sondern alles mögliche andere tun wie Pflaumenkuchenteig kneten und gehen lassen, Konfitüre oder Joghurt bereiten, und sie machen all das auch zeitversetzt. Zutaten rein, Programm einstellen und den Automaten werkeln lassen. Alles wird tatsächlich so einfach, wenn man sich erst einmal durch die Bedienungsanleitungen voller Rezepte gearbeitet hat. Und auf dem beispielsweise bei dem schicken Kenwood vor lauter Design perfekt enigmatischen Sensorbedienfeld muss man sich auch erst zurechtgefunden haben. Aber abgesehen davon, dass die Automaten für eine kleine Küche entschieden zu groß sind, sie lärmen beim Kneten und piepsen, wenn einzelne Arbeitsschritte erledigt sind oder man weitere Zutaten zugeben soll. Die beiden Japaner können das mit Rosinen, Körnern oder Nüssen in einem programmierbaren Extrafach allein. Um für alle drei gleiche Bedingungen zu schaffen, wurde mit den Geräten nur Brot gebacken und zwar mit den gleichen industriellen Backmischungen.

          Die eigentlichen Gründe, auf die Dienste der Brotbackautomaten bald wieder zu verzichten, lagen in den Broten. Zum einen sahen die Brote nicht so lecker aus wie jene, die unter Verwendung der gleichen Zutaten mit und ohne Brotbackformen im Ofen perfekt gelangen. Die Gestalt der Automatenbrote war nicht nur gelegentlich geradezu grotesk. Die Kruste blieb, wenn sie denn diesen Namen überhaupt verdiente, trotz verlangter Tiefbräunung blass, war sehr dünn, eher weich und ungleichmäßig. Nicht richtig ausgebacken waren einzelne Zonen häufig auch im Inneren des Brots. Und dann das Loch mitten im Laib, das vom Knetpaddel verursacht wird! Das Knetwerkzeug vor dem eigentlichen Backen herauszupulen, geriet zu einer ziemlichen Schweinerei, reduzierte aber die Größe des Lochs. Die Antriebsachse aber ragt nach wie vor in den Laib.

          Back-Papier-Origami

          Einzig der Automat von Unold, in dem man in zwei Formen zwei kleinere Brote oder aber einer dritten Form ein größeres backen kann, brachte ein längliches Brot zustande, das nicht höher als lang und breit war. Der Kenwood war der schönste Automat, in der Bedienung aber eine Zumutung. Panasonics Backautomat hat eine vorzüglich bebilderte Anleitung. Das deutsche Gerät erschien am praktischsten: mit seinen drei Backformen, mit dem Sichtfenster, auch mit dem Hinweis, die Knetpaddel gut mit Margarine einzufetten, damit kein Teig an den Achsen und in der Aufnahme des Paddels anbackt.

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