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Auf den Kopf kommt es an : So sparen Sie Wasser beim Duschen

Mit weniger Wasser genauso effektiv duschen, macht Spaß Bild: Unilever Deutschland GmbH

Mit einem neuen Duschkopf lässt sich erstaunlich viel heißes Wasser sparen. Damit das Vergnügen nicht leidet und trotzdem ein satter Strahl kommt, wenden die Hersteller einige Kniffe an.

          Warum viele Leute unter der Dusche singen, selbst wenn sie wenig Talent dazu haben, gehört zu den nicht endgültig gelösten Rätseln der Menschheit. Vielleicht fühlen sie sich einfach wohl unter dem angenehmen Prickeln des warmen Wassers auf der Haut. Auf Reisen in ferne Länder findet das Badezimmer-Vergnügen indes nicht selten ein jähes Ende: Statt eines satten Strahls rinnt das erfrischende Nass in jämmerlichen Tropfen aus der Leitung. Denn wo das Wasser knapp und teuer ist, wird Sparsamkeit zur Tugend – Hotels und Campingplätze regeln deshalb den Durchfluss bis zur Verärgerungsgrenze herunter.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das muss nicht sein. Seit Jahrzehnten erproben die Hersteller von Badezimmerausstattungen, wie sich durch trickreiche Gestaltung der Austrittsöffnung Wasser sparen lässt, ohne dass dabei allzu viel Komfort eingebüßt werden müsste. Mit beachtlichem Erfolg. Das sei wie in der Formel1, sagt Richard Grohe, Vorstandsmitglied des auf Sanitärprodukte spezialisierten Unternehmens Hansgrohe, eine Tüftelei halt. Dabei gehe es um zehntel Millimeter. Einfach den Durchfluss zu begrenzen ist offenbar keine Lösung. Anfang des Jahrhunderts hat sein Unternehmen eine 3-Liter-Brause auf den Markt gebracht, in Analogie zum 3-Liter-Auto. „Das war ein Flop“, sagt Grohe, die Kunden hätten das nicht angenommen.

          Wassersparmodell, deutsch: Der leicht pulsierende Strahl reinigt trotz der geringen Wassermenge gut, verbraucht wird nur etwa die Hälfte dessen, was durch herkömmliche Duschköpfe fließt. Bilderstrecke

          Doch im Strahllabor von Hansgrohe tüfteln eine Handvoll Techniker an Verbesserungen; dabei wird nicht nur der Durchfluss gemessen, sondern auch der Komfort durch Prüfer beurteilt. Der Erfolg kommt dann in kleinen Schritten, von Generation zu Generation wird der Wasserverbrauch ein wenig mehr begrenzt, ohne dass der Mensch unter der Dusche das zu spüren bekommt. Die andern bekannten Hersteller machen es geradeso, weniger bekannte kupfern ab. „Innovation lässt sich schlecht schützen“, sagt Grohe, schließlich sei das keine Raketentechnik. „Das dauert keine zwei Jahre, dann haben es alle.“ Derzeitiger Stand der Technik sind Modelle, die nur etwa halb so viel Wasser durchlaufen lassen wie die Standardexemplare, bei manchen ist die Menge einstellbar.

          Höchstens 15 Liter in der Minute

          Wir haben uns also solch eine wassersparende Brause mit der Bezeichnung Crometta 85 Green besorgt und nachgemessen. Die Zahl 85 bezieht sich auf den recht kleinen Durchmesser des Duschkopfs – das ist Geschmackssache. Sechs Liter Verbrauch in der Minute bei einem Wasserdruck von 2bar sind angegeben, bei uns war es voll aufgedreht noch ein Tick weniger (5,7 Liter). Durch den alten Duschkopf, ein vor etwa acht Jahren gekauftes namenloses Wassersparmodell aus dem Baumarkt, strömen knapp neun Liter, die im Vergleich mit aktuellen Exemplaren gar nicht schlecht sind. Der Leitung selbst lassen sich zum Befüllen der Badewanne höchstens 15 Liter in der Minute entnehmen – das entspricht etwa dem Referenzwert für eine herkömmliche Brause. Die Leitungen im Haus sind knapp bemessen, und der Druck ist gering, sonst wäre der Unterschied zur Spardusche noch deutlicher.

          Weniger Wasser kann natürlich auch bekommen, wer einfach den Hahn abdreht. Nur macht dann das Duschen keinen Spaß mehr. Der Strahl der Crometta ist weich und pulsiert leicht, allerdings lässt er sich nicht verstellen. Subjektiv wird er von allen Verwendern in der Familie im Vergleich mit dem alten Duschkopf als voller empfunden. Weniger Reinigungswirkung konnten wir nicht feststellen, eventuell braucht man aber etwas mehr Zeit zum Ausspülen der Haare. Jetzt rechnen wir mal: Von den knapp 130 Liter Wasser, die jeder Deutsche am Tag verbraucht, fließt ein großer Teil durch die Dusche.

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