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Aeropress im Test : So gelingt der Filterkaffee perfekt

Sieht kompliziert aus, ist es aber im Alltag nicht: Filtern mit der Aeropress Bild: Jana Mai

Kaffeeliebhaber brühen ihren Pott meistens mit der Hand auf. Neben der klassischen Methode mit Glas- oder Keramikfilter, gibt es auch Aeropress - das eigentlich bessere Verfahren.

          Wer trinkt heute noch einen Pott Kaffee? In Zeiten der heißen Milchmixgetränke outen sich Normalo-Kaffeetrinker schnell als kulturlose Deutsche, wenn sie nicht Latte Macchiato, Flat White oder Cortado bestellen, sondern bei ihrem guten alten Kaffee bleiben. Es sei denn, sie passen sich der modernen Kaffeehaus-Kultur an und bestellen einen „Filter“. Der mit Hand aufgebrühte Kaffee ist wieder en vogue, ob in New York, Rio, Tokio oder Berlin. Eigentlich ist er sogar schon darüber hinaus: In ernstzunehmenden Cafés ist der Filter längst eine feste Alternative zu den kurzen Schwarzen und flachen Weißen, die aus der Siebträgermaschine kommen.

          Diese Entwicklung müssen die Trendscouts von Nespresso lange übersehen haben. Denn erst jetzt sind die Schweizer zu der Erkenntnis gelangt, dass in Deutschland 70 Prozent der Kaffeetrinker lieber zum Pott Kaffee greifen, als mit spitzen Fingern die Espressotasse an die Lippen zu führen. Hätten die Schweizer regelmäßig den „Tchibo Kaffee Report“ gelesen, zum Beispiel die aktuelle Ausgabe 2018, wüssten sie, dass in Deutschland im Durchschnitt 3,4 Tassen Kaffee getrunken werden. Tassen, nicht Tässchen. Knapp 70 Prozent der Deutschen besitzen eine Filterkaffeemaschine, mehr als 30 Prozent einen Handfilter.

          Deutschland ist eben nicht Italien, da können Nespresso und Nachahmer Kapseln produzieren, wie sie wollen. Doch das Unternehmen ist nicht umsonst so erfolgreich - es passt sich dem Markt an. Deshalb wird Vertuoline nach Deutschland kommen, ein Kapselsystem für Pott-Trinker. Genauer: Aus einer Kapsel, die mit bis zu 7000 Umdrehungen pro Minute rotiert, werden 236 Millimeter extrahiert. Weil es das System in Amerika schon gibt, lässt sich auch der Preis pro Kapsel abschätzen: Etwa ein Euro wird pro Pott fällig werden.

          Etwas Druck gehört dazu.

          Das ist viel Geld, viel Müll und wenig nachhaltig. Deshalb gibt es nun auch eine andere Möglichkeit für alle, die mit Filterkaffee womöglich falsche Erinnerungen verbinden, die Zubereitung dennoch zelebrieren und die Tasse gerne voll haben, und das in guter Qualität: Aeropress.

          Schon der Name klingt besser als Vertuoline. Für viele Kaffeefreunde ist die Aeropress aber immer noch ein Geheimtipp, auch wenn sie in der Welt der Kaffeekenner längst bekannt ist. Dort gilt sie als eine der besten Methoden - für viele gar als die beste -, einen Kaffee zu brühen.

          Dabei sieht die Aeropress nicht besonders sexy aus. Das fängt schon bei der sehr amerikanisch wirkenden Verpackung an. Beim Auspacken hält man ein paar Kunststoffteile in der Hand, die sich nur nach Anleitung zusammenstecken lassen. Das macht nicht gerade Lust aufs Kaffeebrühen - und schreckt womöglich schon vor der ersten Tasse manchen von der Aeropress ab.

          Doch Youtube hilft. Dort gibt es gute Videos, die den Umgang mit der Aeropress erklären. Das Prinzip funktioniert so: In den Zylinder wird zunächst der gemahlene Kaffee eingefüllt, dann das heiße Wasser darauf gegossen und beides miteinander verrührt, damit der Kaffee in Ruhe ziehen kann. Auf der einen Seite des Zylinders sitzt ein Kolben, auf der anderen eine gitternetzartige Abdeckung, in die vor jedem Brühvorgang ein Papierfilter eingelegt wird. Ist die Ziehzeit vorüber, drückt man langsam den Kolben in den Zylinder, sodass sich der Kaffee auf der anderen Seite durch den Papierfilter presst. Fertig ist der Kaffee.

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