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Tech-Talk : Flugangst

Seit Juni keine Roaming-Gebühren mehr in Europa, Auslandsaufschläge im Mobilfunk sind Geschichte. Roaming ein, lautet nun die Einstellung im Handy. Doch gibt es Einschränkungen, die man nicht vergessen darf.

          Seit Juni keine Roaming-Gebühren mehr in Europa, Auslandsaufschläge im Mobilfunk sind Geschichte. Die Urlauber haben davon in diesem Jahr erstmals profitiert, entspannte Ferien in Europa. Roaming ein, lautet nun die Einstellung im Handy. Doch gibt es Einschränkungen, die man nicht vergessen darf: Jenseits der europäischen Grenzen ist Roaming wie gehabt teuer, und innerhalb Europas gelten auf hoher See weder die EU-Roaming-Verordnung noch die speziellen Reisepakete der Mobilfunker. Wer auf See mit „Roaming ein“ automatisch ins Mobilfunknetz seines Kreuzfahrtschiffs eingebucht wird, erfährt erst Wochen später mit Eintreffen der Mobilfunkrechnung, was man sich da geleistet hat: Der Versand eines einzigen Urlaubsfotos (drei Megabyte) kann durchaus 100 Euro kosten, und ein Telefonat nach Deutschland drei bis sieben Euro die Minute. Rechnungen im hohen vierstelligen oder fünfstelligen Bereich sind keine Seltenheit. Und der „Kostenairbag“ fürs Roaming, der an Land von 60 Euro an für Hinweise oder eine Zwangstrennung sorgt, funktioniert ebenfalls nicht. Günstiger als Roaming an Bord kann die Nutzung des W-Lans auf dem Schiff sein. Man erkundige sich vorab nach den Preisen und genauen Modalitäten.

          Ähnlich knifflig ist neuerdings das Roaming im Flugzeug. Wer einen Langstreckenflug der Lufthansa absolviert und nach dem Start den Mobilfunk auf seinem Gerät wieder aktiviert, hat plötzlich Netzempfang: Aero Mobile meldet sich als Netzbetreiber und schickt eine Begrüßungs-SMS. „Roaming ein“ bedeutet auch hier hohe Preise, die man nicht vorab erfährt. Sie hängen vom jeweiligen Mobilfunkvertrag ab, wie es bei der Lufthansa heißt, und sind wohl gleichauf mit den Gebühren der Kreuzfahrtschiffe. Telefonieren über Aero Mobile wird allerdings technisch unterbunden, nur SMS und Daten funktionieren. Auch das fliegende Netz kann zu einer bösen Überraschung werden. Das W-Lan-Netz ist günstiger und, was die Gebühren betrifft, transparenter. Vor der Reise ins außereuropäische Ausland achte man also auf „Roaming aus“. Schon mit Betreten des Flugzeugs.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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          Quelle: F.A.Z.

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