Home
http://www.faz.net/-gy9-77k4c
Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

SUV Hamsterkäufe

 ·  Es ist kein Wunder, dass die sogenannten Premiummarken in Deutschland mit Elektroautos und Plug-in-Hybriden versuchen, ihre Emissionsbilanzen zu schönen.

Artikel Lesermeinungen (3)

Mit dem Erfolg kommen die Probleme. Wer sich als Hersteller auf kleine Autos eingestellt hat, blickt leichter in die Zukunft. Aber wer immer mehr große SUV und massige Geländewagen verkauft, daran schön verdient, sich des Ertrags erfreut und investiert, um noch mehr dicke Dinger zu produzieren, der wird bald mit den Zähnen knirschen. Denn sein Erfolg von heute ist die Hypothek von morgen: Von dem Jahr 2020 an dürfen die Neuwagen einer Marke durchschnittlich höchstens 95 g/km Kohlendioxid emittieren. Das entspricht einem Normverbrauch von knapp 4 Liter. Und schon wird die nächste Messlatte von 80 g/km ins Gespräch gebracht.

Da ist es kein Wunder, dass die sogenannten Premiummarken in Deutschland mit Elektroautos und Plug-in-Hybriden versuchen, ihre Emissionsbilanzen zu schönen. Wer näher auf die Situation blickt, entdeckt drei Beteiligte: den Hersteller, der auf die feinen Erträge der SUV nicht verzichten will (oder nicht kann), die Politik mit ihren immer härteren Forderungen und jene Partei, die sich bisher nicht wirklich darum gekümmert hat: die Kunden. Sie kaufen nämlich SUV, was das Portemonnaie hergibt, und keiner weiß, wann sie damit aufhören. Wahrscheinlich sind das Hamsterkäufe. Vielleicht gibt es die SUV in sechs Jahren nicht mehr neu.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1946, freier Autor in der Wirtschaft.

Jüngste Beiträge

Das Rentnerauto

Von Wolfgang Peters

Harry ist Pensionär und stinksauer. Er steht neben dem gerade gelieferten neuen Elfer und fragt, ob das unser neues Rentnerauto sei. Mehr 3 1