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Veröffentlicht: 30.05.2012, 10:09 Uhr

Surround-Sound im Heimkino Alles für die Nachbarn

Raumklang im heimischen Kino macht Spaß. Ernst wird es allerdings, wenn sich der Nachbar über den durchdringenden Sound beschwert. Dann gibt es aber auch eine Lösung: Raumklang aus dem Kopfhörer.

© Hersteller Auf der linken Seite die Variante für Hausbesitzer, auf der rechten Seite das Set für Cineasten mit Nachbarn

Zu Hause ist der Teufel los, die Frau stinksauer. Die Heimkinoanlage nimmt beim Transport eine ganze Palette ein, weil allein das Subwoofer-Paket über 26 Kilogramm wiegt. Nicht umsonst steckt ein „L“ in der Bezeichnung „LT 2 R High Definition 5.1 Set L“. Die vier Lautsprechersäulen sind mit 115 Zentimeter Höhe sehr schlank. Doch der Subwoofer steht im Wohnzimmer wie ein Monolith, den die Firma Teufel geschickt hat, um mit 700 Watt Leistung den Nachbarn das Leben zur Hölle zu machen. Doch im Innern des schwarzen Blocks ist auch die feine Technik eines AV-Receivers verbaut. Da der Decoder Filme in hochauflösenden Formaten wie Dolby Digital TrueHD und DTS-HD Master Audio wiedergeben kann, feiert ihn der Hersteller als „Weltpremiere“.

19871614 © Hersteller Vergrößern Die vier Lautsprechersäulen sind mit 115 Zentimeter Höhe sehr schlank, doch der Subwoofer steht im Wohnzimmer wie ein Monolith

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Es ist aber vielmehr die klassische Funktion eines AV-Receivers, die den Monolithen im Vergleich zu anderen Subwoofern attraktiv macht. Denn egal, ob Streaming-Clients wie Apple TV, Bluray-Player oder Spielekonsolen Videosignale an den Fernseher schicken wollen, können sie das über den AV-Receiver tun. Der Subwoofer kann im Wohnzimmer etwas abseits des Fernsehers mitsamt der Quellgeräte aufgestellt werden. Mit einem einzigen HDMI-Kabel wird der gesamte Verkehr der Audio- und Videosignale zwischen dieser Einheit und dem Fernseher geregelt.

19870789 © Hersteller Vergrößern Egal, ob Streaming-Clients wie Apple TV, Bluray-Player oder Spielekonsolen Videosignale an den Fernseher schicken wollen, können sie das über den AV-Receiver tun

Wir beginnen bei der Testvorführung mit einem dialoglastigen Film ohne Actionszenen. Der Politthriller „The Ides of March“ hört sich sehr gut an. Die Stimmen werden von den beiden Front-Lautsprechern und dem Center präzise und sehr klar wiedergegeben. Die im Film spärlich eingesetzte Musik wandert harmonisch durch die Surround-Lautsprecher, der Subwoofer hält sich angenehm zurück. Beim Walkürenritt in „Apocalypse Now Redux“ und während des legendären Schusswechsels in „Heat“ zeigt das Set von Teufel, was es kann. Die Soundeffekte werden detailgetreu und gezielt eingesetzt, ohne dass der Subwoofer einem den Wind ins Gesicht treibt. Die Verteilung des Klangs ist zwischen den Höhen, Mitten und Tiefen sehr ausgewogen. Während des aktuellen Actionfilms „Phantom Protokoll“ ließ es sich der Subwoofer dann doch nicht nehmen, das Sofa hin und wieder durchzurütteln. Willkommen im Kino!

Eigentlich gibt es nur eine Sache, die gegen Teufels „LT 2 R High Definition 5.1 Set L“ spricht. Der Preis ist es nicht. 1599 Euro sind für dieses elegant und schick aussehende, sehr solide verarbeitete und klanglich vollends überzeugende Set nicht zu viel. Es ist vielmehr der Streit mit der Ehefrau und den Nachbarn, der Cineasten vom Kauf abhalten könnte. Denn im Wohnzimmer steht viel Technik herum und der Sound hat - trotz aller Zurückhaltung des Subwoofers - viel Durchdringungskraft. Ob eine solche Heimkinoanlage in einem Mehrfamilienhaus vertretbar ist, muss jeder selbst wissen.

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