Napster heißt jetzt Rhapsody. Die Umbenennung des großen Musikanbieters wäre an sich belanglos. Nur haben die Amerikaner ihren Musik-Streaming-Dienst gründlich umgekrempelt. Seitdem funktioniert in Deutschland nichts mehr. Streaming heißt: Einzelne Stücke werden über Mobilfunk oder Wireless-Lan ins jeweilige Wiedergabegerät übertragen. Man bezahlt nicht für den Besitz, sondern fürs Hören. Eine Cloud-Anwendung. Wer mit dem alten Napster in wochen- oder monatelanger Kleinarbeit seine Lieblingsstücke in Playlisten arrangiert oder bestimmte Alben zum „Offline“-Hören markiert hat, steht jetzt vor dem Aus der liebevoll eingerichteten digitalen Lebenswelt.
„Wir haben massive Probleme“, sagt die deutsche Niederlassung. Die haben bald keine Abonnenten mehr, sagen indes die Kundenbewertungen der neuen Rhapsody-App. Merke: Was in der Cloud liegt, ist flüchtig und kann sich so schnell verziehen wie die Wolke am Himmel. Hätte man doch nur sein Geld in herkömmliche Audio-CD investiert. Stets lohnt ein Blick auf die Details. Wer seine Daten beispielsweise in der populären Dropbox-Cloud speichert, dupliziert in der Wolke den lokal vorhandenen Bestand. Wenn der Anbieter wider Erwarten seinen Betrieb einstellen sollte, mag das ärgerlich sein. Aber man verliert nichts - im Unterschied zu Rhapsody, die ihren Kunden ohne Vorwarnung den Musikteppich unter den Füßen wegziehen.