Wir haben Spartasten an der Klospülung, kaufen Spül- und Waschmaschinen, die möglichst wenig Wasser verbrauchen, und Hardcore-Wassersparer schwören gar auf „gestuftes“ Duschen: kurz nass machen und danach den Wasserfluss so lange stoppen, bis man sich von oben bis unten eingeseift hat. Erst dann darf das Wasser wieder strömen. Die hinter diesem Sparverhalten stehende Vorgabe wurde uns über viele Jahre eingebleut: Wasser, das Lebensmittel Nr. 1, ist zu viel zu kostbar, als dass es in verschwenderischen Mengen durch den Ablauf von Waschbecken und Dusche geschickt werden darf.
Eine Botschaft, die allseits verinnerlicht wurde und die, wie man heute weiß (und so mancher schon vor Jahren wusste), erschreckende Konsequenzen zur Folge hat. Zwar ist der durchschnittliche Verbrauch je Tag und Person in den zurückliegenden beiden Jahrzehnten um rund 20 Liter auf heute 120 Liter gesunken. Doch sind aufgrund des extrem hohen Fixkostenanteils der Wasserversorgung die Preise in diesem Zeitraum um rund 50 Prozent gestiegen - und was noch schwerer wiegt: Die Abwasserrohre und -kanäle werden nicht mehr ausreichend gespült.
Damit sich hier kein stinkender Gammel anhäuft und die Leitungen verstopft, muss regelmäßig mit Frischwasser gespült werden. Deutschland ist eben kein Wasser-Knappheitsgebiet. Daher muss die richtige Botschaft lauten: Wer die Umwelt entlasten will, der möge das von ihm genutzte Wasser möglichst wenig verschmutzen.
Welche Leitung ist mit welchem Wasser zu spülen und wer bezahlt?
klaus keller (klkeller)
- 06.10.2012, 16:21 Uhr
Ein übervolles, gerütteltes Maß
Henk Wilbert (H.Wilbert)
- 06.10.2012, 11:20 Uhr
Abwasser
Art More (art.more)
- 06.10.2012, 00:14 Uhr