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Navigation für die Fahrradtour : Das Smartphone radelt mit

Lange Tour geplant? Das Smartphone-Navi könnte leer gehen

Wer mit einem häufigen Smartphone-Einsatz auf dem Rad liebäugelt, denkt hinsichtlich Halterung und Hülle einen Schritt weiter: Wie steht es mit einer zusätzlichen Stromversorgung? Wird das Taschentelefon nur gezückt, um gelegentlich den Weg zu kontrollieren, benötigt man keinen Zweitakku. Auch die Aufzeichnung der zurückgelegten Strecke bei ausgeschaltetem Display lässt den Akku kalt. Ist jedoch die Anzeige zur Navigation dauerhaft aktiviert, hat man damit zu rechnen, dass auch ein vollgeladener Energiespeicher nach weniger als sechs Stunden leer ist, bei niedrigen Temperaturen - und je nach Gerät - auch wesentlich früher.

Für längere Touren in unbekanntem Terrain ist also eine Akkuhülle oder ein externer Akku angesagt. Wohin mit dem? Pfiffiger als ihn in die Lenker- oder Trikottasche zu packen, ist zum Beispiel der stabförmige Akku mit dem bezeichnenden Namen Notstrom von Znex konstruiert. Mit seiner Kapazität von 10 000 Milliamperestunden reicht er für mehrmaliges Wiederaufladen des Handys. Zwei Greifer halten den Stab am Fahrradrahmen, fixiert wird er von den Schrauben der Flaschenhalterung, die sich weiterhin für Getränke nutzen lässt. Kabelverbindungen und Anschlüsse sind staubdicht und gegen das Eintauchen in Wasser geschützt; über ein geteiltes Kabel lassen sich sogar zwei Geräte gleichzeitig mit Strom versorgen. Mit einer Stromstärke von 2,1 Ampere lassen sich auch Tablets schnell laden, das Utensil kostet 90 Euro.

Nicht weniger innovativ: die Boombottle Plus, ein portabler Akku, der gleichzeitig Bluetooth-Lautsprecher zur Beschallung der Umgebung ist. Er passt in übliche Fahrradflaschenhalterungen, ist staub- und wasserdicht, wiegt allerdings fast 700 Gramm. Für 180 Euro ist er dennoch einen Blick wert.

Auch möglich: in die Pedale treten und so das Smartphone laden

Nicht zuletzt kann man natürlich bei einem Rad mit Nabendynamo den Strom selbst erzeugen. Man benötigt einen Wandler, um die Spannung auf 5 Volt anzupassen, und einen Pufferakku für kontinuierlichen Ladestrom. Dies leistet etwa das wetterfeste E-Werk von Busch und Müller. In einigen Fahrradlampen des Meinerzhagener Herstellers ist die Technik mitsamt USB-Ausgang gleich eingebaut, Entsprechendes ist von etwa 80 Euro an zu haben.

Mit gesicherter Stromversorgung wirft der Radler einen ersten Blick auf die elektronische Karte. Geht es weniger um Fahrrad-Navigation auf einer Route und mehr um die Orientierung in fremder Umgebung, sind bereits die vorinstallierten Standard-Apps der Betriebssysteme iOS und Android ausreichend: Apples Karten sind allerdings nicht fahrradtauglich; sie kennen nur das Auto, den Fußgänger oder den öffentlichen Nahverkehr. Aber immerhin, sie zeigen den Standort, die Umgebung, die Richtung zum Ziel, die Autostraßen - und natürlich auch viele Rad- und Wanderwege. Diese werden jedoch in die Routenführung nicht einbezogen.

Apples Karten und Google Maps erweisen sich als wenig tauglich

Google Maps, das zu jedem Androiden gehört und sich auch in der Apple-Welt laden lässt, stellt eine Radnavigation bereit. Die zeigt Höhenprofile, aber keine Autobahnen - die nicht als Verkehrswege, wohl aber als oftmals schwierig zu überwindende Hindernisse für den Radler nicht unwichtig sind. Im praktischen Einsatz erweist sich Maps nicht nur für Rennradfahrer als wenig tauglich, weil man sich unversehens in rauhem Gelände wiederfindet, etwa auf einem aufgelassenen Feldweg, der auch mit einem Robustrad nur schwer zu bewältigen ist. Auf derlei hat man bei der Streckenwahl keinen Einfluss.

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