Es gibt nicht viele Erfolgsstorys Ost, Skoda ist eine davon. Seit der Übernahme durch den Volkswagen-Konzern Anfang der 1990er Jahre hat sich die traditionsreiche tschechische Automobilmarke (seit 1895) zu einer festen Größe im Markt entwickelt, die Autos baut, die im wahrsten Sinne des Wortes ihr Geld wert sind. Der große VW-Konzern macht es möglich. Skoda ist heute nicht nur in Europa, sondern auch in Russland, China und Indien vertreten, 2018 will man 1,5 Millionen Autos im Jahr verkaufen. Bis dahin sollen 60 Prozent aller Skoda in den Wachstumsmärkten abgesetzt werden und nur noch 40 Prozent in Europa. Heute ist es umgekehrt. Um das zu erreichen, muss die Modellpalette ausgeweitet werden.
Am kommenden Wochenende debütiert der siebte Skoda, der Rapid, eine 4,48 Meter lange Limousine, die zwischen dem Kleinwagen Fabia und dem Octavia plaziert wird. Wobei zu beachten ist, dass der nächste Octavia deutlich größer werden wird, der noch aktuelle ist nah dran am Rapid, und der Radstand des Neulings ist mit 2,59 Meter beachtlich üppig geworden.
Der Rapid ist eine Eigenentwicklung aus Mlada Boleslav, die Ingenieure haben sich aus den Konzernregalen bedient, Grundlage ist aber nicht der neue modulare Querbaukasten. Der Seat Toledo, der im nächsten Jahr auf den Markt kommt, hat die gleiche Basis, das spanische Schwestermodell wird in Tschechien gebaut werden. Wahrscheinlich wird es in Überseemärkten sogar VW-Modelle auf dieser Plattform geben. Der größte Vorteil, und das zeigt ein erstes Kennenlernen sofort, ist das gute Platz- und Raumangebot. Der Kofferraum fasst sage und schreibe 550 Liter. Obwohl der Rapid wie eine klassische Stufenheck-Limousine daherkommt, hat er eine große praktische Heckklappe, mit Umlegen der Rückbanklehne kann der Laderaum erweitert werden. In Planung ist zudem eine Kombi-Variante, deren Debüt aber noch nicht abzusehen ist.
Der Rapid startet mit einem Basispreis von 13 990 Euro, was für ein Auto dieser Größe ein Ausrufezeichen wert ist. Sechs verschiedene Motoren sind im Angebot, vier Benziner und zwei Diesel, der stärkste Ottomotor ist ein 1,4-Liter-TSI mit 90 kW (122 PS). Als Basistriebwerk fungiert ein kleiner Dreizylinder mit 1,2 Liter Hubraum und 55 kW (75 PS). Noch bis Sommer 2013 muss man auf den Basisdiesel warten, der aus 1,6 Liter Hubraum 66 kW (90 PS) holt. In einer kräftigeren Variante leistet der Selbstzünder 77 kW (105 PS).
Wie bei den anderen Skoda-Fahrzeugen gibt es auch für den Rapid drei Ausstattungslinien, sie nennen sich Active, Ambition und Elegance. Schon in „Active“ sind Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorn, ein verstellbares Lenkrad und vieles mehr serienmäßig, auch ABS, ESP, Servolenkung und sechs Airbags gehören zur Grundausstattung. Die Klimaanlage ist für Active nur in einem Paket mit Funkfernbedienung und Parksensoren hinten zu bekommen (999 Euro). Eine asymmetrisch geteilte Rückbanklehne kostet bei Active Aufpreis.
Generell nicht dabei ist Start-Stopp. Wer will, dass der Motor vor der roten Ampel schweigt, muss zu „Green tec“ greifen (400 Euro extra). Dann kommt der starke Diesel auf einen Normverbrauch von nur 4,0 Liter (sonst 4,4). Der kleine Dreizylinder, den es nicht „grün“ gibt, ist mit 6,1 Liter Normverbrauch angegeben. Als 1.2 TSI mit vier Zylindern und 63 kW (86 PS) schafft die Green-tec-Version 4,9 Liter (sonst 5,1).
Auf ersten Probefahrten zeigte sich dieser Motor als ausreichende Kraftquelle für den Rapid, es fiel aber auf, dass die Federung straff ausgelegt ist. Und inzwischen sieht man den Skodas schon ein wenig an, dass sie „Sparmodelle“ sind. Wolfsburg hatte Skoda unlängst zurückgepfiffen, weil die Tschechen zu vornehm wurden. Im Innenraum dominiert Hartplastik, die Türen scheppern etwas beim Schließen. Eine zweifarbige Instrumententafel und helle statt schwarzer Sitze schaffen Abhilfe (bei Elegance). Dennoch gilt, was Skoda sagt: „Mehr Auto braucht kein Mensch.“
Gähn
C K (Heizkraftwerk)
- 21.10.2012, 17:16 Uhr
VW befiehlt Downgrade für Skoda? Dolles Marketing. Da kaufen wir
doch alle VW, gell?
Karl S. Walter (skeptiker01)
- 20.10.2012, 23:19 Uhr
Sieht trotzdem aus wie ein Jetta
joachim tarasenko (truthful)
- 20.10.2012, 14:40 Uhr
Teuer, Herr Tarasenko?
Eberhard Wilsgruber (Wilsgruber)
- 20.10.2012, 12:21 Uhr
Langweilig, bieder, teuer, VW
joachim tarasenko (truthful)
- 20.10.2012, 09:49 Uhr