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Skitest Breite Bretter, breites Grinsen

 ·  Spuren hinterlassen: Immer mehr Skifahrer suchen ihr Glück nicht nur auf, sondern auch neben der Piste. Moderne breite Latten können beides. Wir haben einige getestet.

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© dapd Vergrößern Vergnügen abseits der Piste

Manch einer fährt hin, um im Kuhstall die Sau rauszulassen. Oder in Nikis Stadl den Hengst zu geben, in der Schatzi-Bar den Tänzerinnen auf den Bauchnabel zu gucken, in einem der anderen Halligalli-Tempel des Ischgler Schnee-Treibens am späten Nachmittag den Skitag zu begießen. Ja, es wird hart gefeiert in dem Tiroler Trubelort, aber auch hart gefahren. Wer dort nicht findet, was er sucht, dem ist nicht zu helfen.

Es gibt normale Skigebiete, und es gibt eben solche wie Ischgl mit seinem Schweizer Pendant Samnaun. Eine Riesenarena wie diese bietet alles: Stemmbogen-Ballungszentren, freie, weite Hänge, perfekt planierte Autobahnen, auf denen man es laufen lässt, enge Rinnen, Passagen zum Beißen, sanft gewelltes Terrain, harte Übergänge, eisige Steilhänge der Sorte Kirchendach, Funparks und zahllose Gelegenheiten, dem Massenbetrieb zu entkommen, abzubiegen vom Präparierten und das Glück zu suchen, wo keine Pistenraupe hinkommt.

Die Lösung ist ein Gerät, das alles kann

Was braucht man, um ein derart vielseitiges Gebiet voll auskosten zu können? Im Grunde zwei, drei Paar Ski - mindestens. Für den Vormittag, wenn die über Nacht von den Raupenketten bearbeitete Schneeauflage noch makellos geriffelt in der Morgensonne liegt und die Après-Ski-Helden noch mit dem Hotelfrühstück kämpfen, einen strammen, schmalen, wendigen Racecarver mit einer Skimitte um 70 Millimeter, mit unnachgiebigem Grip und hoher Laufruhe für die rasanten Radien auf wenig bevölkerter Strecke. Für den Nachmittag, wenn Oberschenkel und Pisten nicht mehr die Frischesten sind, wenn mehr und zusammengeschobene Haufen in die Quere kommen, ein etwas gutmütigeres, kraftschonendes Brett der Sorte Allmountain, gern etwas breiter, also rund 80 Millimeter in der Skimitte. Und für den Schnee in seiner allerschönsten Form, weich und tief, ein Freeski von mehr als 100 Millimeter Breite.

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© Hersteller Vergrößern Teuflisch: Völkl Kendo, Traumski im Alptraumdesign. Gemäßigte Breite für feine Pistentauglichkeit.

Das wäre ein passabler Fuhrpark für Könner und ambitionierte Aufsteiger. Aber zugleich eine teure Materialschlacht und somit nicht jedermanns Sache. Die Lösung wäre ein Gerät, das alles kann, und zwar nicht nur irgendwie, sondern jeweils gut: jegliche Sorte Schnee, auf der Piste und nebendran. Gibt es, versprechen die Hersteller, die mit der allseits zunehmenden Lust an Offroad-Abstechern eine steigende Nachfrage nach Allzwecklatten registrieren. Die sind auf Anhieb leicht zu erkennen: statt Racingbemalung in Knallfarben ein verspieltes, poppiges, mitunter schräges Design, bei dem linker und rechter Ski gemeinsam ein Motiv nach Art des Snowboards ergeben. Kennzeichen außerdem: Mittenbreite von rund 90 bis 100 Millimeter, Front und eventuell auch das Heck stark gerockert, was bedeutet, dass die Enden aufgebogen sind.

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