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Skifahren : Vom Brettern

Profis bereitet das „hohe Grundtempo“ auf der Skipiste Sorge. Die Pisten sind bestens präpariert, viele sauschnell unterwegs. Der Helm täuscht Sicherheit vor.

          Neulich beim Bier, mit am Tisch Gotthard Gstrein, Leiter der Skischule Sölden. Das Thema: Ski, Schüler und die Frage, wie sich die Zeiten geändert haben. Wenn vor 30 Jahren ein Anfänger nach einer Woche Skischule eine leichte Piste habe bewältigen können, sei das super gewesen, meint der Profi. Heute fahre ein Normalbegabter schon am zweiten Tag am Übungshang. Was zeigt das? Fortschritt. Die Bretter sind viel einfacher zu beherrschen als früher. Man merkt’s ja an sich selbst: älter geworden, keineswegs fitter und dennoch ein besserer Skifahrer als einst. Das Material spart Kräfte, Ältere bleiben länger bei der Stange, und in der Gunst der Jugend legt das Skifahren dank lässiger Twintips und breiter Powderlatten wieder zu. Was Profis wie Gstrein Sorge bereitet, ist das „hohe Grundtempo“.

          Die Pisten sind bestens präpariert, viele sauschnell unterwegs. Der Helm täuscht Sicherheit vor. Schon sieht man verstöpselte Ohren unterm Kopfschutz, Skibrillenhersteller werben für Modelle mit integriertem LCD-Bildschirm, auf dem alles Mögliche angezeigt wird von der Geschwindigkeit über Navigation bis zu MP3-Listen des Smartphones und eingehende Anrufe. „Damit Wintersportler auch während der Fahrt alle wichtigen Informationen stets im Blick haben.“ Das ist beängstigend. Es gibt nichts, was so wichtig ist, dass man es während der Fahrt im Blick haben muss, und keine Geräusche, die man hören muss, außer dem Kratzen anderer Ski ringsherum.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

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          Quelle: F.A.Z.

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