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Sechs Modelle im Test : Anspruchsvolle Kopfhörer für Smartphones

Hochwertigen Kopfhörer kaufen, ins Smartphone stecken, unterwegs anspruchsvoll Musik hören. Nein, so einfach ist es nicht. FAZ.NET sagt, worauf es ankommt und welche Kopfhörer etwas taugen.

          Es klingt so einfach: Hochwertigen Kopfhörer kaufen, ins Smartphone stecken, unterwegs anspruchsvoll Musik hören. Die Realität ist komplizierter. Denn selbst unter den teuren Kopfhörern ist nicht jeder für den mobilen Einsatz geeignet. Wir haben sechs Modelle getestet, die mobilen Hörgenuss versprechen. Voraussetzung für hohe Klangqualität ist eine entsprechende Bitrate der MP3-Dateien. Musikportale bieten Lieder häufig mit 256 Kilobit pro Sekunde an. Diese bevorzugen wir auch.

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          Sechs Modelle im Test : Anspruchsvolle Kopfhörer für Smartphones

          Die von den Smartphone-Herstellern beigelegten Ear-Bud-Ohrhörer taugen wenig. In-Ear-Modelle sind meist die bessere Wahl. Doch wir gehen aufs Ganze und haben kabelgebundene Kopfhörer mit geschlossener - und einen mit halboffener - Bauweise getestet. Modelle mit aktiver Rauschunterdrückung haben wir ebenso wenig berücksichtigt wie Bluetooth-Produkte. Die Kopfhörer sollten etwa 300 Euro kosten.

          Die Lautstärke

          Zunächst ist die passende Impedanz wichtig. Das ist der Widerstand, der bei den technischen Daten in der Einheit „Ohm“ angegeben wird. Die Impedanz entscheidet darüber, wie laut der Nutzer die Musik aufdrehen kann. Wir wählten daher nur niederohmige Modelle aus, die 32 Ohm oder weniger haben. Prinzipiell gilt: Je niederohmiger, desto lauter. Halboffene und offene Kopfhörer verlieren an Lautstärke, weil ihre Muschel durchlässig ist. Beim DT880 von Beyerdynamic führt das dazu, dass man trotz seiner 32 Ohm in geräuschvollen Umgebungen das iPhone voll aufdrehen muss. Bei allen anderen Testgeräten reicht die Lautstärke vollkommen aus. Der Amperior hat sogar nur 18 Ohm Widerstand. Sennheiser hat ihn also speziell für den mobilen Einsatz hergestellt.

          Die Bauweise

          Geschlossene Kopfhörer schirmen Außengeräusche sehr gut ab. Diese Bauweise ist nicht nur für Studiomusiker gewinnbringend, sondern auch für Menschen, die unterwegs ungestört Musik hören wollen. „Geschlossen“ ist allerdings nicht gleichzusetzen mit „ohrumschließend“. Diese Bezeichnung sagt nur aus, dass der Innenraum der Muschel möglichst dicht sein soll. Die drei getesteten ohraufliegenden Kopfhörer sind ebenfalls geschlossen. Wir haben zudem eine halboffene Variante getestet. Diese Bauweise erkennt man an der Außenschale. Das Material ist perforiert, damit man die Umgebungsgeräusche noch wahrnehmen und ein Teil des Drucks nach außen dringen kann. Die Bauweise bestimmt auch die Art des Klangs.

          Der Klang

          Fachleute sagen der geschlossenen Bauweise nach, dass der Vorteil der Außenabschirmung den Nachteil eines basslastigen Klangs mit sich bringt. Die Kopfhörer betonen die tiefen Töne der Musik: Bass im Vordergrund, Stimmen im Hintergrund, hohe Töne werden weniger wahrgenommen. Der Sound erscheint hart und schafft wenig Raumatmosphäre.

          Der Sony-Kopfhörer potenziert dies noch mit seinen Treibereinheiten für tiefe Bässe. Gerade beim Hören elektronischer Musik schickt einen der MDR-XB1000 in einen düsteren, engen Club eines Kellergewölbes. Die Wände werfen den wummernden Bass direkt auf die Tanzfläche zurück. Helle Töne erkennt man in diesem engen Raum selten. Die Tüftler von Sony waren bei der Herstellung konsequent. Das Produkt klingt, wie es aussieht. Der Beats Mixr von Monster gehört in die gleiche Kategorie. Ihm fehlt allerdings der warme Clubsound, seine Ausrichtung wirkt eher aggressiv.

          Das Modell von AKG zeigt, dass geschlossene Kopfhörer anders klingen können. Der K550 erzeugt im Klang eine erstaunliche Weite. Es entsteht keine bedrückende Enge wie beim Sony, die Musik breitet sich aus. Die Tiefen der Musik muss der Hörer dennoch mögen. Hin und wieder hat man den Verdacht, dass beim AKG ein wenig der Wanneneffekt auftritt. Dass er also den tiefen und den hohen Frequenzbereich fast zu stark betont, indes der mittlere beim Hören leicht vernachlässigt wird. Ähnlich wie der AKG klingt Sennheisers Amperior. Allerdings geht er nicht so in die Weite. Er ist wuchtiger und färbt die Musik insgesamt dann doch zu dunkel ein.

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