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Samsungs 840er Serie : Das neue Tempo der jungen SSD

Leicht, dünn, robust: Samsung bringt die schnelle SSD-Serie 840 Bild: Hersteller

„Festkörperlaufwerke“ (Solid State Drives) ersetzen immer öfter die gewohnten Magnetspeicher. Samsung startet nun mit der 840er Serie und schafft neue Referenzlaufwerke für den PC.

          Wer seinen Rechner schneller machen will, nimmt eine SSD-Festplatte. Diese „Festkörperlaufwerke“ (Solid State Drives) ersetzen immer öfter die gewohnten Magnetspeicher. Das wundert kaum, wenn man nur an den leidigen Vorgang des Hochfahrens von Windows denkt. Ein älterer Standard-PC, der viel Softwareballast mit sich herumschleppt, benötigt dafür mit konventioneller Festplatte länger als eine Minute. Mit der SSD und ihren sehr kurzen Zugriffszeiten kommt man typischerweise auf 17 Sekunden. Auch im laufenden Betrieb sind die Tempovorteile immens. Zudem hat die SSD viele weitere Pluspunkte: Sie trotzt mechanischen Beanspruchungen eher als die Festplatte mit Lese-Schreib-Mechanik über rotierenden Platten, und sie arbeitet lautlos. SSDs gibt es seit mehr als 30 Jahren, und nun legen sie richtig los. Denn nicht nur bei Neuanschaffungen lohnt sich eine SSD, auch die Umrüstung eines älteren Notebooks bringt viel.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wer mit einer SSD liebäugelt, sollte auf ein Markenprodukt achten. Mittlerweile halten zwar die aktuellen Produkte so lange wie herkömmliche Festplatten. Aber einige Hersteller kämpfen mit Firmware-Problemen beim Controller, aus denen Datenverluste resultieren können. So wundert kaum, dass überwiegend die Modelle großer Anbieter wie Intel und Samsung von Experten empfohlen werden. Noch immer sind SSD teuer. Ein kleines 128-Gigabyte-Laufwerk (etwa zum Start von Windows) ist zwar schon für rund 100 Euro erhältlich. Aber für 512 Gigabyte bezahlt man bereits mehr als 400 Euro, und typische 1-Terabyte-Größen sind für Privatkunden kaum erschwinglich. Die durchschnittliche SSD-Größe betrug am Anfang des Jahres bescheidene 126 Gigabyte, wuchs aber bis Ende August auf 175. Die Preise hingegen fallen. Kostete im Januar ein Gigabyte rund 1,5 Dollar, waren es im August nur noch 85 Cent.

          Jahresumsatz in aller Welt von 20 Milliarden Dollar

          Samsung hat jetzt in Korea seine neue 840er-Modellreihe vorgestellt, die mit drei Pluspunkten aufwarten will: hohe Geschwindigkeit, geringe Leistungsaufnahme und die vollständige Fertigung aller Komponenten im eigenen Haus. Die Speichergruppe ist bei Samsung mehr als gut aufgestellt: Mit Speicherbausteinen wurde 2011 ein Jahresumsatz in aller Welt von 20 Milliarden Dollar erzielt, also gut ein Drittel des Gesamtumsatzes der Koreaner. In Deutschland hat Samsung bei den SSD-Platten einen Marktanteil von 38 Prozent.

          Die jetzt vorgestellte Baureihe folgt der 830er-Serie und kommt im 2,5-Zoll-Format (6,35 Zentimeter) mit sieben Millimeter Bauhöhe und in zwei Modellvarianten als SSD 840 und SSD 840 Pro. Basierte der Controller der 830er-Serie auf einem mit 220 Megahertz getakteten ARM-9-Prozessor, kommt nun ein ARM Cortex R4 mit 300 Megahertz zum Einsatz. Der Cache-Speicher wurde auf 512 Megabyte verdoppelt, es handelt sich um LPDDR2-Bausteine, wie sie auch in Smartphones und Tablet PC zu finden sind. Die beiden jungen Geräte arbeiten wie gehabt mit einer Sata-III-Schnittstelle (6 GBit/s). Neu ist allerdings die 256-Bit-AES-Verschlüsselung des gesamten Mediums, die sich nicht auf die Leistung auswirken soll.

          Ohne „Over Provisioning“

          Die Unterschiede zwischen Standard und Pro bestehen zunächst in einer besonderen Firmware für die Pro-Variante, die mehr Arbeitstempo bei hoher Last garantieren soll. Die Pro-Laufwerke werden zudem ohne „Over Provisioning“ ausgeliefert. Die Technik meldet beim Betriebssystem eine geringere Speicherkapazität an und bietet damit Redundanz für ausgefallene Speicherbereiche. Durch mehr freie Bereiche lässt sich die Leistung vor allem bei Schreibzyklen erhöhen. Ferner gewährt der Hersteller eine von drei auf fünf Jahre erweiterte Garantie für die Pro-Modelle. Die deutsche Fachpresse konnte bereits vor der Veranstaltung in Korea einige Testmuster auf Herz und Nieren prüfen. Im „Storage Bench“ von „Tom’s Hardware“ steht die Samsung Pro 840 nun an der Tabellenspitze und „schlägt jedes andere Laufwerk, das wir bislang getestet haben“, schreiben die Kollegen. Weitere Benchmarks wie etwa PC Mark 7 bestätigen diese Ergebnisse. Hier schafft die 840 Pro mit 128 Gigabyte einen Leistungsindex von 5523. Zum Vergleich: Eine herkömmliche Festplatte kommt auf 1576.

          Auch hinsichtlich der Leistungsaufnahme ermittelten die Experten von Tom’s Hardware neue Rekordwerte. Die 840 Pro mit 512 Gigabyte kam im Leerlauf auf 0,32 Watt. Die beste Intel SSD genehmigte sich das Doppelte, andere Kandidaten kommen auf bis zu 1,3 Watt. Je geringer die Leistungsaufnahme, desto länger hält der Akku des Notebook im Mobilbetrieb durch, wenngleich natürlich Display und Prozessor die größten Verbraucher sind. Samsung spricht davon, dass sich gegenüber einer mechanischen Festplatte zusätzliche 56 Minuten Laufzeit erzielen lassen. Die Basis-Serie kommt mit Kapazitäten von 120 sowie 250 und 500 Gigabyte für 105, 200 und 450 Euro in den Handel, die Pro-Modelle sind teurer und kosten mit 128/256/ 512 Gigabyte 150/270/580 Euro. Der Verkauf startet noch in diesem Monat. Um den Datenumzug - etwa beim Wechsel von der Harddisc zur SDD - einfacher zu machen, legt Samsung sein „SSD Magician Tool“ nun in einer grundlegend überarbeiteten Version bei, mit der beispielsweise das Partitionieren des neuen Mediums so einfach wie nie sein soll.

          Quelle: F.A.Z.

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