Home
http://www.faz.net/-gy9-74sel
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Samsung Galaxy Note II Wer will ein Smartphone mit Stift?

 ·  Rettet Samsung mit dem Galaxy Note II die Handschrift? Oder ist der Stift ein überflüssiges Eingabeinstrument? Sagen wir mal so: Wer so etwas mag, dürfte dieses Smartphone mögen.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (13)
© Hersteller Vergrößern Interessant für Handschreiber: Samsung Galaxy Note II

Es ist zurzeit nicht leicht, sich unter der Masse der Smartphones signifikant abzuheben. Samsung hat es mit dem Galaxy Note II dennoch geschafft. Das Außergewöhnliche an diesem Gerät ist der Stift, der seitlich im Gehäuse steckt. Damit lässt sich die Software bedienen oder schnell eine handschriftliche Notiz machen. Ist der Stift nur eine unbrauchbare Spielerei oder tatsächlich ein Grund, das Galaxy Note II zu kaufen?

Lässt man den Stift zunächst außen vor, reiht sich das Note II in die Reihe der soliden Androiden von Samsung ein. Der opulente, 5,5 Zoll große Bildschirm mit Amoled-Technik zeigt in HD-Auflösung (1280 × 720 Pixel) knackige Farben und scharfe Konturen. Unter dem Quadcore-Prozessor laufen mehrere Anwendungen flüssig und ohne Verzögerung. Die Kamera mit acht Megapixel macht sehr gute Fotos. Der 32 Gigabyte große Speicher kann erweitert werden. An der Verarbeitung kann man wenig aussetzen: Lediglich die Laut-Leise-Taste ist etwas wackelig.

Auch bei der Software fährt Samsung das volle Programm auf. Das Betriebssystem ist Android 4.1 (Jelly Bean), darübergegossen wurde standardmäßig die Touchwiz-Oberfläche. Freunden von „Android pur“ dürfte das allerdings wieder mal nicht gefallen. An Bord ist - wie zu erwarten - das praktische „Smart Stay“, das den Bildschirm deaktiviert, sobald der Nutzer die Augen von ihm wendet. Ebenfalls nützlich: Die Fenster mehrerer Anwendungen können nebeneinander auf dem Bildschirm positioniert werden. Auf seine eigene Spracherkennung „S Voice“ hätte Samsung verzichten können. Sie kann weder mit Apples Siri noch mit Google Now mithalten.

Was soll nun dieser Stift? Als Steve Jobs 2007 das erste iPhone vorstellte, fragte er rhetorisch: „Wer will einen Stift?“ und gab die Antwort: „Niemand!“. Smartphones sollten nur noch über die berührungsempfindliche Oberfläche zu bedienen sein. Fünf Jahre später verkauft Samsung ein Gerät mit Stift innerhalb eines Monats fünf Millionen Mal. Die bloßen Zahlen sprechen gegen den verstorbenen Apple-Chef.

Dennoch zeigte sich uns beim täglichen Gebrauch nicht, warum diese Tipp- und Schreibfunktion derart gewinnbringend sein sollte, dass man das Note II etwa dem S3 vorzieht. Kein Frage, es funktioniert: Zieht man den Stift, öffnet sich die App „S Note“. Noch ein Klick, und der Notizzettel wartet auf Eingabe. Was dann folgt, macht jede Menge Spaß. Der Bildschirm reagiert äußerst sensibel auf die Spitze. Je stärker man draufdrückt, desto breiter wird der Strich. Die schwarzen Pixel fegen fast so schnell über den virtuellen Zettel wie die Tinte über Papier. Zwischen Schreiben und Radieren wechselt man schnell mit einer Taste am Stift. Hält man diese gedrückt und umkreist einen beliebigen Bildschirminhalt, wird dieser in die Zwischenablage kopiert. S Note speichert mehrseitige Notizen, so dass man virtuell darin blättern kann.

Das sieht alles sehr schick aus und ist anfangs faszinierend. Doch wird man es täglich nutzen? Samsungs Werbespot zeigt kreative Menschen, die ständig ihr Smartphone zücken, um darauf handschriftliche Notizen zu hinterlassen: Vor dem Zebrastreifen oder in der S-Bahn. Sollten Sie demnächst jemanden kennenlernen, der einen echten Notizblock in der Hand hält und noch ein Smartphone braucht, sagen Sie ihm: Das Galaxy Note II könnte etwas für ihn sein.

  Weitersagen Kommentieren (48) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Samsung Galaxy S5 im Test Überragendes Display und überzeugende Kamera

Das Samsung Galaxy S5 ist da. Unsere ersten Eindrücke zeigen: Das Display setzt hinsichtlich Helligkeit, Kontrast, Farbwiedergabe und Betrachtungswinkel neue Maßstäbe. Auch die Kamera überzeugt. Mehr

07.04.2014, 15:59 Uhr | Technik-Motor
Samsungs Guerilla-Marketing Ein Selfie mit Obama

Der amerikanische Baseball-Star David Ortiz hat sich bei einer Trikot-Übergabe im Weißen Haus zusammen mit Barack Obama mit der Handy-Kamera fotografiert. Jetzt macht Samsung damit Werbung. Mehr

03.04.2014, 17:16 Uhr | Wirtschaft
Gewinnrückgang Smartphone-Primus Samsung schwächelt

Der Gewinn von Samsung geht weiter zurück. Nun liegen die Hoffnungen des weltgrößten Smartphone-Herstellers auf dem neuen Aushängeschild Galaxy S5. Mehr

08.04.2014, 03:45 Uhr | Wirtschaft

04.12.2012, 16:50 Uhr

Weitersagen
 

Mach mal Foto

Von Hans-Heinrich Pardey

Der ambitionierte Fotoamateur scheint eine bedrohte Art zu werden: Man muss befürchten, dass die jungen Leute aus der Generation Handyfoto als Kunden ausbleiben. Mehr 2