Wenn sich zwei leidlich gesunde Automarken, ohne eine Hochzeit im Himmel zu zelebrieren, miteinander ins Bett legen, dann kommt ein Roadster dabei heraus. Die noch als „unverbindlich“ definierte Absichtserklärung von Alfa Romeo und Mazda hat genau diese Autoform (und vielleicht weitere Kooperationen) im Sinn. Einen besseren Partner hätte keiner der beiden für dieses emotionale Projekt finden können. Mazda hat sich jüngst mit dem neuen CX-5 bei den kompakten SUV (im Vergleich bei „ams“ nur knapp hinter Topseller VW Tiguan) aus dem Nebel der Profillosigkeit befreit und setzt nun darauf, mit der nächsten Generation des MX-5 die Marke weiter zu schärfen. Und Alfa Romeo kann auf Dauer nicht nur vom Kleinwagen Mito und von der kompakten Giulietta leben: Ohne einen Roadster gibt es für Alfa keinen Romeo.
Dabei ist die Basis zwar die Kontinente überwindende Technikbegeisterung, aber Japaner und Italiener sind sich auch im Alltag nahe. Denn die kulinarische Grundlage für die Entwicklungsmannschaften in Hiroshima und Mailand ist das Korn der Oryzasativa. Das Zusammenwirken der peniblen Techniker mit weißen Handschuhen vor ihrem High-Tech-Reiskocher mit den leidenschaftlichen Risotto-Spezialisten am Topf auf der offenen Feuerstelle verspricht die Lust am Roadster auf einer neuen Ebene. Und die beiden Parteien legen schon jetzt die Eigenschaften fest: Hinterradantrieb, leichtgewichtig, eigene Designsprachen, Motoren aus den jeweiligen Marken und Produktion in Japan (Qualität!), und sie gehen überaus höflich miteinander um: Mazda lobt Alfa als prestigeträchtig und Alfa erkennt in Mazda den führenden Hersteller von Roadster-Technik. Die Autowelt darf auf das offene Ergebnis aus zwei unterschiedlichen Küchen gespannt sein.
