Nun also doch noch: Die Reste des schwedischen Autoherstellers Saab sind vergangene Woche von einem japanisch-chinesischen Konsortium mit dem Namen „National Electric Vehicle Sweden“ gekauft worden. Plötzlich scheint ein Comeback der knorrigen Marke für die intelligenten Eigenbrötler doch wieder möglich. Und alles andere als Elektroautos unter dem Saab-Label zu produzieren würde sowieso nicht funktionieren. Der Gedanke, dass Saab in Zukunft für pfiffige Elektrofahrzeuge steht, die in Trollhättan produziert werden und zumindest im Heimatland dank der vielen Wasserkraft mit klimaneutralem Strom fahren, hat seinen Charme.
Saab war schon immer eine Marke für den anderen Autofahrer, und selbst GM hat es in knapp 20 Jahren nicht geschafft, diesen Ruf zu zerstören. Dennoch ist es schwer vorstellbar, dass es gelingen kann, Saab doch noch wiederzubeleben, selbst mit E-Autos nicht. Auch dafür muss in schwierigen Zeiten eine Unsumme Geld in die Hand genommen werden. Hoffnung macht, dass der chinesische Partner aus der Sonderwirtschaftszone Hongkong kommt und sein Geld mit Windenergie- und Solarkraftwerken verdient, der Chef heißt Kai Johann Jiang und hat auch einen schwedischen Pass. Das klingt dann zumindest auf dem Papier ein wenig schlüssig. Und wenn man sieht, wie gut es Volvo mit seiner chinesischen Mutter Geely geht, dann darf man vielleicht doch von einem Comeback der Saabs träumen.
Leider
Wolfgang Richter (langweiler2)
- 23.06.2012, 09:57 Uhr
