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Renault Avantime Der vergessene Franzose

 ·  Der Renault Avantim war eine Skulptur auf Rädern. Ein Auto abseits aller Kategorien. Das erste in einer Auflage von rund 8600 Exemplaren gefertigte Showcar.

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Der Renault Avantime ist ein Grenzfall. Nur etwas zu Recht vergessen, aber ein Beispiel für grandioses Scheitern in guter Absicht. Zudem der letzte Versuch, das Auto als Kunstform zu begreifen und es gleichzeitig zu einem Markterfolg zu führen. Renault hatte sich nach inhaltsleeren Zeiten zum Ende der achtziger Jahre einem Designer ausgeliefert, der an einen Kunden glaubte, der längst ausgestorben war: Patrick le Quément, seit ein paar Jahren im Ruhestand, appellierte mit dem Avantime an Käufer, die eigentlich Mäzene waren.

Sie erhielten eine Skulptur auf Rädern. Ein Auto abseits aller Kategorien. Das erste in einer Auflage von rund 8600 Exemplaren gefertigte Showcar. Das technische Rückgrat lieferte der Renault Espace, was keine schlechte Voraussetzung für Freizeit und Familie war. Mit dem Körper eines aquanautischen Landwirbel- und dem Wesen eines Fabeltiers. Kein Wunder, dass da nicht mehr viel Raum blieb für die praktischen Eigenschaften eines Autos. Weil es nur zwei Türen gab, waren diese viel zu breit. Und das spezielle Türgelenk war eine Quelle ständigen Ärgers. Einparken war ein Abenteuer, enge Parkhäuser ließen den Fahrer transpirieren, und der Avantime rollte nicht ab, sondern paradierte mit staksigen Schritten. Und seine unrostbare Kunststoffkarosse knarzte. Noch gibt es einige gute Exemplare für die späte Liebe zum Grenzfall.

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Jahrgang 1946, freier Autor in der Wirtschaft.

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