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Rasiergeräte : Haarig

Über wenige Gebiete des technischen Fortschritts wird die Allgemeinheit so ausführlich und permanent informiert wie über die Entwicklung neuer Rasiergeräte.

          Über wenige Gebiete des technischen Fortschritts wird die Allgemeinheit so ausführlich und permanent informiert wie über die Entwicklung neuer Rasiergeräte. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Nass- oder Trockenverfahren oder um maschinell oder händisch betriebene Schneidwerkzeuge handelt. Keinen Abend kann man auf den Kanälen der Privatsender verbringen, ohne dass einem die Vorzüge von drei-, vier- oder fünffach sich den Bartstoppeln stellenden Klingen angepriesen werden. Oder dass sympathisch behaarten Männern mit vom Computer berechneten Mäher-Drehzahlen zuleibe gerückt wird.

          Nun könnte man meinen, dieser Aufwand richte sich in erster Linie an die männliche Minderheit. Aber das ist offensichtlich nicht der Fall. Männer durchschauen sofort, dass die Werbung für Rasierer gleich welcher Technik vor allem Humbug ist. Unsinn, der nicht damit versöhnt, dass die Fünfer-Klingen nicht an den Halter der Dreier-Klingen passen und umgekehrt. Oder dass der neue Motormäher keineswegs das Gesicht so rasch und gründlich rodet wie im Werbespot, wohingegen er, wieder eine eigene Lade- und Spülstation benötigend, die Menge des Elektroschrotts abermals vermehrt. Diese Märchen von glatt rasierten Kinnpartien zielen ganz klar auf die weibliche Mehrheit. Die abgesehen vom Erwerb und Verschenken mit den Apparaten herzlich wenig zu tun hat, sich aber wohl weniger kratzige Männer wünscht.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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