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Rasenmäher Abschneiden oder abschlagen?

Gleich mehrere Techniken und unterschiedliche Gerätschaften konkurrieren darum, für das Trimmen des heimischen Rasens eingesetzt zu werden. Die Auswahl ist nicht einfach, haben die Mäher doch nicht nur Vorteile.

© Julia Zimmermann Vergrößern Rasentrimmer: Nur mit Benzinmähern schafft man größere Flächen, die weitab von der nächsten Steckdose liegen. Ein durchzugstarker Radantrieb erleichert die Arbeit

Es regnet regelmäßig und reichlich in diesem Frühjahr. Steigen jetzt auch noch die Temperaturen, sprießt der Rasen schneller und kräftiger, als es manchem Gartenfreund lieb ist. Spätestens dann schwärmen die mit der Rasenpflege betrauten Mitglieder der sich mit Grünflächen schmückenden Hausgemeinschaften aus und bevölkern die Schauräume von Garten- und Baumarktcentern. Hier suchen sie nach Gerätschaften, die ihnen die schweißtreibende Arbeit des Rasenschneidens erleichtern. Sie setzen auf die Innovationskraft der Hersteller - und werden nicht enttäuscht. Denn jedes Jahr gibt es neue Modelle, die nicht nur mit designgesteuerten Facelifts zu überzeugen versuchen. Die Blech- und Kunststoffkleider moderner Mäher sehen aus, als habe man sie im Windkanal optimiert. Einige Modelle erinnern gar an in Lauerstellung verharrende „Grasfresser“. Doch auch unter den Hauben tut sich regelmäßig was.

Patent Spindelmäher

Der klassische Rasenmäher ist ein Spindelmäher. Dieses Urprinzip des Rasenmähens, bei dem mehrere ineinander verwundene, auf einer Trommel sitzende Messer auf eine feststehende Klinge zulaufen, hat sich der britische Ingenieur Edwin Beard Budding in einer Tuchfabrik abgeschaut, wo eine sehr ähnlich arbeitende Schneidemaschine abstehende Fäden von den auf den Webstühlen dahineilenden Stoffbahnen abgetrennt hat. 1830 meldete Budding seine Erfindung zum Patent an. Zwei Jahre später lief bereits die industrielle Produktion an, und zwar bei dem Unternehmen Ransomes (heute Ransomes Jacobsen Ltd.) aus Ipswich in der Grafschaft Suffolk, die auch heute noch Spindelmäher herstellt, ohne die man etwa die Greens von Golfplätzen oder die Rasenflächen in Fußballstadien gar nicht so exakt wie gefordert hinbekommt.

Rasenmäher © Hersteller Vergrößern Husqvarna, der Pionier des Mähroboters

Die Messer der Spindelmäher schneiden die Grashalme ab. Die Verletzungen an den Pflänzchen halten sich in Grenzen und das Gras belohnt das mit einer ungetrübten grünen Farbe. Doch für diese Brillanz im Garten müssen die Messer des Spindelmähers scharf sein. Sie vertragen keinen Kontakt etwa mit einem harten Holzstück oder gar einem im Gras versteckten Stein. Auch Maulwurfhügel sollte man mit einem Spindelmäher nicht zu egalisieren versuchen, sonst muss man nachschliefen. Entscheidend für langes präzises Arbeiten ist auch, dass der Abstand zwischen den beweglichen Messern und dem feststehenden Widerpart genau eingestellt und nachjustiert werden kann. Darauf sollte man beim Kauf unbedingt achten, wobei potentiellen „Spindelmähern“ klar sein muss, dass sie leicht zum Sklaven ihres Klassikmähers werden können: Denn Spindelmäher vertragen kein hohes Gras. Maximal kann man ihnen Halme von der Länge des halben Trommeldurchmessers zumuten. Mindestens einmal in der Woche muss man ran, bei guten Wuchsbedingungen sogar mehrfach.

Verkaufsargument Fitness

Für Heribert Wessels von Gardena ist daher der Spindelmäher prädestiniert für eher kleine Rasenflächen. Häufig, so Wessels, ist der Spindelmäher das ideale Arbeitsgerät für den (handtuchgroßen) Vorgarten, der etwa bei Reihenhäusern nicht vom Garten hinterm Haus zugänglich ist. Und da keiner gern einen ausgewachsenen Rasenmäher durchs Haus schleppt, „holt“ man sich eben den Klassiker für das vordere Vorzeigestück. Und da Spindelmäher geschoben werden wollen, um die Messertrommel auf Touren zu bringen, dient das Ganze, ein weiteres Verkaufsargument, der Fitness, wobei fast von allen Herstellern längst auch Spindelmäher mit aufgesetzten Elektromotoren angeboten werden.

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