http://www.faz.net/-gy9-8wr1y

Radschnellwege : Radespiele

Die Bundesregierung will 25 Millionen Euro für Radschnellwege ausgeben. Das ist nicht viel. Denn die Schnellstraßen für den Radverkehr sind teuer.

          Die Zahlen wirken imposant, und manchen mögen sie erstaunen. Da kündigt die Bundesregierung an, man wolle 25 Millionen Euro für Radschnellwege ausgeben. Diese auch gern als „Autobahnen für Radler“ titulierten – zumeist überörtlichen – Verbindungen sind schwer in Mode, und das nicht erst im Superwahljahr. Allenthalben werden sie erwogen, geplant und sogar schon gebaut, ob in Berlin, in Frankfurt oder im Ruhrgebiet.

          Dort ist man dank längerer Lobbyarbeit schon am weitesten, wenn man von existierenden Schnellweg-Stücken wie etwa denen zwischen Bahnhof und Uni-Campus in Göttingen absieht. Die Verkehrsplaner sind sich einig: Radschnellwege sind eine gute Sache, vielerorts wird es auf den Radwegen längst zu eng, zumal für die flotter bewegten Elektroräder. Zugleich erscheinen schnelle Verbindungen geeignet, den feinstaubfreien Verkehrsanteil weiter zu steigern. Dafür also nun 25 Millionen vom Bund. Jubeln die Radler jetzt? Nicht die Bohne. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat unlängst 800 Millionen Euro Bundesetat für eine bessere Fahrrad-Infrastruktur verlangt. Und er nörgelt, die 25 Millionen reichten ja bloß für bis zu 25 Kilometer Radschnellweg. Werden die durchgängig überdacht oder mit Blattgold belegt? Natürlich nicht, doch im Vergleich zum Preis von einem Kilometer Autobahn – man rechnet etwa mit sechs bis 20 Millionen, manchmal werden es aber auch 100 Millionen – sind die vom ADFC veranschlagten Kosten ein Schnäppchen.

          Teuer werden die Schnellstraßen für den Radverkehr deshalb, weil eine möglichst kreuzungsfreie Strecke mit Vorrang fürs Fahrrad geschaffen werden muss und bestehende Anlagen zum Teil recht aufwendig verändert werden müssen. Zwar sind 25 Millionen Euro nicht viel, doch ist die Zusage ein positiver Anfang. Schön, dass in Berlin realisiert wird, dass der Bund sich beteiligen sollte. Wir könnten gut den BRSW gebrauchen, den Bundesradschnellweg.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Folgen:

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Millionen Amerikaner wollen Trump loswerden Video-Seite öffnen

          Amerikanischer Präsident : Millionen Amerikaner wollen Trump loswerden

          Die Russland-Affäre setzt Präsident Donald Trump unter Druck - Kritiker gehen davon aus, dass sie ihn letztendlich das Amt kosten wird. Millionen Amerikanier haben eine Petition zur Amtsenthebung Trumps unterschrieben. Der Milliardär Tom Steyer hat Millionen Dollar in eine Anti-Trump-Kampagne investiert.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Selbstbezogen und selbstzufrieden: Donald Trump (hier bei einem Football-Match am 8. Januar 2018, während die Nationalhymne gesungen wird).

          Trumps Politik : Das amerikanische Wirtschaftswunder

          Anders als von vielen erwartet geht es der Wirtschaft in Amerika heute ziemlich gut. Davon profitiert auch der einfache Arbeiter. Wie stabil ist das wohl alles?
          Außenminister Sigmar Gabriel: „Am kommenden Sonntag schaut nicht nur Europa gebannt auf den SPD-Parteitag.“

          SPD vor dem Parteitag : Gabriel: „Die Welt schaut auf Bonn“

          Martin Schulz kämpft in Düsseldorf vor Parteitagsdelegierten um die Erlaubnis für Groko-Verhandlungen. Auch Sigmar Gabriel redet seiner Partei ins Gewissen – und spricht von einer weltweiten Hoffnung auf die Sozialdemokraten.
          Dunkle Wolken am Dienstag über Bonn: Stürmische Tage stehen bevor

          Tief „Friederike“ : Deutschland drohen stürmische Tage

          Das Tief „Friederike“ hat es in sich: Für Mittwoch erwarten die Metereologen kräftigen Wind, Schnee und Glätte. Am Donnerstag muss sogar mit Orkanböen gerechnet werden – eine Region bleibt allerdings verschont.
          Entschiedener, unmittelbarer, entschlossener: GSG-9-Chef Jerome Fuchs setzt gegen Terroristen auf Härte und Professionalität.

          GSG-9-Chef Fuchs : Der Terroristen-Jäger

          Seine Eliteeinheit wächst und soll einen neuen Standort in Berlin bekommen. Das ist ganz im Sinne ihres 47 Jahre alten Kommandeurs – aber auch eine große Herausforderung für Jerome Fuchs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.