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Radio : Störsender

Die Qualität der Verkehrsdurchsagen im Rundfunk scheint stetig abzunehmen. Das ist der Eindruck, den rund 30.000 Kilometer im Jahr im Sendegebiet des Hessischen Rundfunks vermitteln.

          Es wird und wird nicht besser, die Qualität der Verkehrsdurchsagen im Rundfunk scheint stetig abzunehmen. Wenigstens ist das der Eindruck, den rund 30 000 Kilometer im Jahr im Sendegebiet des Hessischen Rundfunks vermitteln. Dafür sind nicht nur die offenbar nicht gelöschten Einträge in den verlesenen Listen der Störungen verantwortlich wie ein immer mal wieder stundenlang „im Bereich der Fahrbahn“ herumirrender Schäferhund. Es sind auch nicht nur Moderatoren, die nicht begreifen wollen, dass sie ihren Schnack egal wie ins Mikrofon absondern können, aber nicht Mitteilungen, die der Verkehrssicherheit dienen sollen. Dass Moderatoren in zunehmender Zahl schon von Wortfolgen wie „Langenselbolder Dreieck“ überfordert erscheinen, passt genau ins Hörbild.

          Aber geradezu perfide ist die Art, wie die Moderatoren von HR4 Verkehrsdurchsagen zu Dauerwerbesendungen für ihre Wunsch- und Grußkonzerte umfunktionieren. Da wird, wenn die Verkehrsdurchsage beendet ist, die Taste einfach nicht gedrückt, deren Pilotton dem eigentlich etwa auf HR2 eingestellten Radio sagt, dass es wieder weghören kann. Nein, da muss es erst noch ein Jingle sein, eine launige Anmoderation mit dem Studiogast und die ersten zehn Jodel-Takte der herzigen Schmalzbuben. Das hat so offenkundig Methode, dass es zuverlässig zum Senderwechsel führt: HR2 als Podcast, HR3 und 4 runter von der Senderliste und Verkehrswarnungen vom Smartphone.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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          Quelle: F.A.Z.

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