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Pro Apple Apple! Was sonst?

23.01.2009 ·  Regt euch nur auf, ihr Apple-Hasser! Weil ihr nicht wisst, was gut und schön ist, steht gerade ein hässlicher PC vor euch. Perfektes Design ist euch ebenso fremd wie ein funktionierendes Betriebssystem. Möge der Apple mit uns sein!

Von Marco Dettweiler
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Nein, ich hatte noch keinen Sex mit meinem MacBook. Auch wenn ich das schöne Geschöpf liebe, verehre und es mich erotisch anzieht. Fast täglich streichle ich kurz die glatte, kühle Oberfläche, bevor ich mein Notebook öffne. Ein sanfter Knopfdruck, ein dezenter Tusch, ein zügiges Hochfahren: Mich macht das MacBook immer noch an. Wie angewidert und gelangweilt fühlte ich mich zu Zeiten, als ich ein PC-Notebook anfassen musste, um diese minutenlange, von einer langweiligen Akkordfolge eingeleitete Tortur zu ertragen. Ekelhaft.

Nein, ich gehöre nicht seit 1984 zur Applefangemeinde. Als Steve Jobs vor 25 Jahren den ersten Apple Macintosh vorstellte, spielte ich noch auf einem C64. Nach einer computerfreien Zeit legte ich mir für die Uni einen 386er mit MS-Dos zu, dann irgendwann einen Rechner mit Windows 3.11 und so weiter. Um es abzukürzen: 2003 wechselte ich das Lager. Ich kaufte mit das Powerbook G4. Es war gekaufte Liebe auf den ersten Blick. Eigentlich hatte ich mich nie von dem 12-Zoll-Schmuckstück trennen wollen. Doch der kleine Silberling war in die Jahre gekommen, sodass ich mich für ein jüngeres MacBook Pro entschied. Mein neuer Liebling überzeugt durch sein schlankeres Aussehen, größeres Display und erstaunliche Geschwindigkeit.

Die windoofe Mutter aller Apple-Fragen

Nein, ich will die PC-Gemeinde nicht missionieren. Ich tummele mich gerne mit anderen Apple-Besitzern in dieser Produktnische. Dennoch wundere ich mich seit meinem Umstieg auf Apple und meiner Hinwendung zum Schönen, warum sich meine Freunde keine Freude machen und einen Mac kaufen. Mittlerweile kommen die PCler von allein und fragen nach dem Mac. Erstaunlich finde ich, dass noch immer die windoofe Mutter aller Apple-Fragen gestellt wird: „Aber wie es das denn mit der Kompatibilität?“ Die Antwort, dass dies überhaupt kein Problem sei, genügt häufig nicht. „Aber da ist doch...“ geht das Gespräch weiter. Das Gerücht lässt sich aus der Festplatte der Zweifler nur schwer entfernen. Mittlerweile schweige ich nach der ersten Antwort.

Nein, mir macht es nichts aus, dass Macs nur beschränkt um- und aufrüstbar sind. Besäße ich ein Auto, würde ich es auch nicht tunen und ständig den Motor frisieren. Dann würde ich mir lieber gleich einen Porsche kaufen. Hat schon mal jemand einen Porschefahrer gesehen, der am Wochenende in der Garage an seinem Auto herumschraubt? Es sind wahrscheinlich nur wenige - und die wollen wahrscheinlich Rennen fahren. Ein Porsche hat ein perfektes Design, läuft schnell und zuverlässig. Und das Beste an diesem Vergleich ist: Der Preisunterschied zwischen Apple-Computern und PC-Kisten ist viel geringer als zwischen einem Porsche und all den anderen hässlichen Wagen.

Jeder rechte Klick mit der Maus ist verschwendete Zeit

Nein, ich helfe Menschen nicht mehr weiter, die Probleme mit ihrem PC haben. Jeder Tastendruck, jeder Blick auf den Bildschirm, jeder rechte Klick mit der Maus ist verschwendete Zeit. Selbst bei Saturn empfehlen Mitarbeiter den meisten Kunden, ein MacBook zu kaufen. Wahrscheinlich sind sie genervt von jenen Kunden, die sie nur Tage nach ihrem Notebook-Kauf mit unnötigen Fragen und Beschwerden quälen. Natürlich belächle ich beim Gang durch die ICE-Waggons die armen Reisenden mit ihren klapprigen und klobigen Kisten. Innerlich. Sie sehen ja unter meinem Arm oder auf meiner Ablage, wie ein richtiges Notebook aussieht.

Ja, vielleicht bin ich doch einer dieser apple-verliebten Klugscheißer, der sich wie ein Jünger verhält und Steve Jobs anbetet. Ja, ich bin so von den Apple-Produkten überzeugt, dass ich mich überwinden muss, nach Fehlern zu suchen und darüber zu schreiben. Und nur wenn es sein muss. Im Übrigen: Ich besitze kein iPhone. Aber vielleicht bald das Google G1.

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Jahrgang 1971, Redakteur in der Wirtschaft.

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