Das Buch ist natürlich nicht kostenlos, obwohl es „Prinzip kostenlos“ heißt. Es kostet 25 Euro und lehnt sich unübersehbar an den Bestseller des Wired-Chefredakteurs Chris Anderson an, der 2009 seinen Bestseller „Free“ auf den Markt brachte. Die Idee: Gratis heißt nicht gratis, sondern ist der kleine Marketing-Trick, etwas unentgeltlich abzugeben, damit der Käufer beim nächsten Mal dazu verleitet wird, ein Produkt zum vollen Preis zu erwerben.
Ausgehend von diesem Gedanken, strukturiert auch die Kommunikationsexpertin Kerstin Hoffmann ihre gelungene Darstellung zur Strategie des „verschenkten Wissens“. Die Rundreise dieses Ratgebers führt über einzelne Stationen wie Blogs, Social Media bis hin zu Twitter und Facebook. Was man hier lernt, ist vor allem eins: Der Umgang mit Wissen ist im Zeitalter des Internets ein anderer geworden. Asynchrone, globale Kommunikationsformen lösen autoritative Stimmen ab, es gibt keine lineare Narration mit einem Anfang und einem Ende, sondern viele lose Enden und Diskontinuitäten. Inmitten des digitalen Kuratierens, Sammelns und Modifizierens werden aus Wissen-Vermittlern nun Wissen-Teiler. Diese Tendenz ist unumkehrbar, und man wäre schlecht beraten, die sich daraus ergebenden Chancen nicht zu nutzen.
Kerstin Hoffmann, Prinzip kostenlos. Wissen verschenken, Aufmerksamkeit steigern, Kunden gewinnen, Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2012