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Preiskampf E-Auto : Kurzschluss

Kaum ist unter großen Bedenken und Inkaufnahme des Bruchs ordnungspolitischer Prinzipien eine Förderprämie für Elektroautos beschlossen worden, nimmt der Preiskampf frische Fahrt auf.

          Kaum ist unter großen Bedenken und Inkaufnahme des Bruchs ordnungspolitischer Prinzipien eine Förderprämie für Elektroautos beschlossen worden, nimmt der Preiskampf frische Fahrt auf. Statt 4000 Euro erhalten Käufer eines Renault Zoé 5000 Euro. Der französische Hersteller trägt also nicht nur, wie im Regierungsbeschluss vereinbart, die Hälfte der Subvention, sondern 3000 Euro. Und nimmt das Staatsgeschenk von weiteren 2000 Euro gern mit. Gleichzeitig kündigt BMW an, für seinen i3 bei identischen Abmessungen des Batteriepakets ab Sommer ein neues anzubieten, das nach der Norm 110 Kilometer mehr Reichweite bietet. Damit kommt der i3 im Alltag etwa 200 Kilometer weit.

          BMW ist so smart, das neue Paket dergestalt zu konstruieren, dass es Altkunden in ihren i3 einsetzen und auch von der besseren Reichweite profitieren können. Und Kunden von Mercedes-Benz fragen den neuen GLC Hybrid schon ohne Prämie so stark nach, dass der Wagen ein Jahr Lieferzeit hat. All das zeigt, die Technik macht Fortschritte. Die Hersteller können angesichts der langsam wandelnden Einstellung einer steigenden Nachfrage recht sicher sein. Und der Wettbewerb funktioniert über sein Paradeinstrument, den Preis. Es hätte keines staatlichen Einschreitens und keines Griffs in die an anderer Stelle dringender benötigte Steuerschatulle bedurft.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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          Quelle: F.A.Z.

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