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Porsche Cayman : Von der Kunst, keinen 911 zu bauen

Der Cayman wiederum wird nun ein Stufe weiter nach oben gehoben, wo er mit Agilität und Mittelmotor jegliches Hausfrauen-Image ablegen will Bild: Hersteller

Der Porsche Cayman will mit Agilität und Mittelmotor jegliches Hausfrauen-Image ablegen. Er wird zackiger. Ab März ist der Cayman von 51.385 Euro an zu haben.

          Porsche ist nicht mehr ganz einfach zu durchschauen. Den Plan, einen mitreißenden kleinen Spyder zu bauen, haben die Zuffenhausener beerdigt, vorgeblich, weil sich das Projekt nicht rechnet, was nach eigenem Maßstab nicht bedeutet, dass es kein Geld verdient hätte, nur womöglich nicht genug. Vielleicht aber wäre der Spyder dem Duo Cayman/Boxster gefährlich nah auf die Karosserie gerückt. Der Cayman wiederum wird nun ein Stufe weiter nach oben gehoben, wo er mit Agilität und Mittelmotor jegliches Hausfrauen-Image ablegen will und so an den Kern von allem heranrückt, an den 911. Den Kern? In einer Welt, in der die Geländewagen eines Sportwagenherstellers den größten Schwung bringen und ein darin verbauter Diesel, der zum Ausreißen ganzer Wälder taugt, den Benziner in den Schatten stellt, ist irgendwie nichts mehr, wie es einmal war.

          Geben wir dem Cayman also die Chance auf ein Solo
          Geben wir dem Cayman also die Chance auf ein Solo : Bild: Hersteller
          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Geben wir dem Cayman also die Chance auf ein Solo, die neueste Ausgabe kommt am 2. März 2013 in den Handel. Die ersten (Ein-)Blicke waren jetzt schon möglich. Einen „riesigen Schritt nach vorn“, habe Porsche den Cayman machen lassen, sagt Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz, was nichts anderes bedeuten soll als: Hier geht es nicht um ein Facelift, hier wurde ein neues Auto konstruiert. Wie derzeit überall galt auch für den Cayman das Gebot der Diät. Dank des Einsatzes von Leichtmetall an Karosserie, Türen und Hauben soll er steifer und bis zu 30 Kilogramm leichter sein und bis zu 15 Prozent weniger verbrauchen als der Vorgänger - bei verbesserten Motor- und Fahrleistungen, versteht sich. Die verfeinerte Aerodynamik dient der Erhöhung des Anpressdrucks an der Vorderachse, wovon das Einlenkverhalten profitieren soll. Für den wirkungsvollen Abschluss ist der neue Heckflügel mit größerer Fläche zuständig.

          Wer beim Sport gewissen Komfort nicht missen möchte, nimmt Abstands- und Geschwindigkeitsregelung hinzu, die ebenso teure wie gute Burmester-Musikanlage oder den schlüssellosen Zugang
          Wer beim Sport gewissen Komfort nicht missen möchte, nimmt Abstands- und Geschwindigkeitsregelung hinzu, die ebenso teure wie gute Burmester-Musikanlage oder den schlüssellosen Zugang : Bild: Hersteller

          Der um sechs Zentimeter verlängerte Radstand ist für einen Zugewinn an Stabilität zuständig, auch die Spur ist einen Hauch breiter. Das Kofferraumvolumen steigt um 15 auf 425 Liter. 150 davon kommen in den vorderen Kofferraum, der Rest hinter die Sitze. Vermeintlich wegen besserer Kraftübertragung, aber vielleicht auch, weil es einfach lässiger aussieht, sind nun die Räder größer. 18-Zöller sind in jedem Fall drauf, die S-Variante rollt gar auf 19 Zoll. Auf Wunsch lassen sich die Dynamik weiter fördernde Zutaten einbauen, variable Dämpfer oder elektronisch gesteuertes Torque Vectoring, das mit Bremseingriffen das Kurven noch schärfer macht. Die Lenkung arbeitet elektromechanisch.

          Wer beim Sport gewissen Komfort nicht missen möchte, nimmt Abstands- und Geschwindigkeitsregelung hinzu, die ebenso teure wie gute Burmester-Musikanlage oder den schlüssellosen Zugang. Serienmäßig ist das manuelle Sechsganggetriebe, gegen Zuzahlung gibt es das Doppelkupplungsgetriebe PDK mit sieben Stufen.

          Dank des Einsatzes von Leichtmetall an Karosserie, Türen und Hauben soll er steifer und bis zu 30 Kilogramm leichter sein
          Dank des Einsatzes von Leichtmetall an Karosserie, Türen und Hauben soll er steifer und bis zu 30 Kilogramm leichter sein : Bild: Hersteller

          Die Sechszylinder-Boxermotoren entwickeln jeweils 10 PS mehr Leistung als im Boxster. Der Cayman bietet 202 kW (275 PS) aus jetzt 2,7 Liter Hubraum (zuvor 2,9 Liter), das ergibt das beachtliche Verhältnis von 101,6 PS je Liter Hubraum, 0 auf 100 km/h in 5,7 Sekunden und 266 km/h Spitze. Der Cayman S holt 239 kW (325 PS) aus wie bisher 3,4 Liter Hubraum und erreicht 283 km/h.

          51385 Euro verlangt Porsche für den Cayman, 64118 Euro für den Cayman S. Grundpreis. Da sollte jedenfalls die Renditerechnung aufgehen.

          Quelle: F.A.Z.

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