Der kleine Schwarze ist etwas unruhig. Sein Motor hüstelt, es ist ja auch kalt gewesen in der vergangenen Nacht. Beruhigen lässt er sich nicht, eine Kontrolllampe im Cockpit warnt vor Ausfallerscheinungen im oder am Triebwerk. Die Dame, die den nur zwei Jahre alten Einser ihr eigen nennt, ruft den Pannendienst von BMW. In unserem Kopf formieren sich Vorurteile: Das wird eine Stunde dauern, eine weitere wird der Werkstattbub suchen, etwas vom Fehlerspeicher faseln und dann doch einen Abschleppwagen holen. Mehrere Tage Werkstatt, Monsterrechnung, das ganze Pannenprogramm. Bis wir uns sortiert haben, biegt schon der Fünfer vom BMW-Service ums Eck, gerade mal fünfzehn Minuten ist der Hilferuf alt.
Der Werkstattbub ist ein junger und freundlicher Mann, der sein Handwerk versteht. Er verlegt ein paar Kabel und spricht: "Da ist nur eine Zündspule defekt. Ich habe eine dabei, die kann ich hier gleich austauschen". Gesagt, getan. Nein, einen Kältezuschlag wegen 4 Grad Außentemperatur will der Service-Mann nicht, und die Reparatur an der Laterne kostet genausoviel wie in der Werkstatt. Der leichte Ärger der Besitzerin, die seit zwanzig Jahren auf die Bayern schwört, ist so schnell wieder verflogen wie das Servicemobil. Sie verspricht ewige Treue.
