16.12.2004 · Fünf mutmaßliche Online-Banking-Betrüger, die an Postbank-Kunden sehr gut gefälschte E-Mails versandt hatten, um deren Paßwörter auszuspionieren, sind festgenommen worden.
Bei einer bundesweiten Polizeiaktion gegen Internet-Banking-Betrüger sind am Donnerstag fünf Verdächtige festgenommen worden. Nach einem weiteren mutmaßlichen Betrüger wird noch gefahndet. Nach Angaben eines Sprechers der Bonner Staatsanwaltschaft lagen die Schwerpunkte der Aktion im Raum Bonn sowie in Nord- und Süddeutschland.
Die Festgenommenen hätten versucht, mit so genannten Phishing-Attacken auf Postbankkunden beim Online-Banking durch Abfischen von Paßwörtern oder Zugangscodes Zugriff auf Kundenkonten zu erhalten. Der bisher ermittelte Schaden für die betroffenen Kontoinhaber liegt dem Sprecher zufolge bei rund 30.000 Euro.
Trojaner installiert
Die Täter hatten an Postbankkunden E-Mails mit offiziellem Anstrich versendet und sie darin aufgefordert, eine Postbank-Seite zu öffnen. Dort hatten sie ein Fenster vorbereitet, in dem die Kunden zur Angabe von Daten aufgefordert wurden, die dann „abgefischt“ wurden.
Zudem wurden Trojaner installiert, die den PC von innen her für Angreifer öffneten und die aktiv wurden, sobald die Postbankkunden eine für das Online-Banking typische Netzwerkverbindung herstellten. So konnte die Weitergabe von TAN-Nummern an das Bankinstitut blockiert werden. Die Täter nutzten die Daten dann ihrerseits, um Geld für eigene Zwecke abzuheben. Weitere Einzelheiten wollte die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstechnischen Gründen nicht nennen.