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Olympus OM-D Wiederauferstehung 2.0

Die Firma Olympus versucht noch einmal an ihre früheren Erfolge anzuknüpfen. Im April kommt die OM-D als erstes Modell einer neuen Linie von Systemkameras.

© Hersteller Vergrößern Im April kommt die OM-D als erstes Modell einer neuen Linie von Systemkameras auf Basis des Micro-Four-Thirds-Standards (MFT) auf den Markt

Es hat mit der Pen geklappt. Nun versucht Olympus noch einmal an einen eigenen Erfolg anzuknüpfen. Im April kommt die OM-D als erstes Modell einer neuen Linie von Systemkameras auf Basis des Micro-Four-Thirds-Standards (MFT) auf den Markt. Sie hat den an einer Pen bislang vermissten fest eingebauten elektronischen Sucher, sie ist gegen Staub und Spritzwasser gedichtet und will mit einer in fünf Achsen arbeitenden Bildstabilisierung, einem superschnellen Autofokus, einem neuen 16,1-Megapixel-Live-MOS-Sensor und dem Bildprozessor TruePic VI punkten. Äußerlich gleicht sie verblüffend einer analogen Olympus OM, die zur ihrer Zeit – das war vor rund vierzig Jahren – die kleinste Spiegelreflexkamera der Welt war. Die OM-D soll jeweils mit dem ebenfalls staub- und spritzwassergeschützten Blitz FL-LM2 als nackter Body rund 1100 Euro und im Kit mit dem M.ZuikoDigital ED 12-50 mm 1:3.5-6.3 EZ rund 1300 Euro kosten. Mit Adaptern passen an die OM-D außer sämtlichen MFT-Objektiven die Optiken des Olympus E-Systems und sogar die Objektive der alten OM, die als Design-Vorlage diente.

18471351 Neu und alt: Olympus knüpft an eigene Erfolge an © Pardey Bilderstrecke 

Es ist verbüffend, wie ähnlich der alten OM die OM-D E-M5 – so die eigentliche Typenbezeichnung, denn OM-D soll der Systemname auch bei weiteren Modellen sein – geraten ist. Ihr Gehäuse aus Magnesium wird es in Schwarz- und Silberfinish geben, und es fühlt sich auch an wie eine Kamera aus der guten alten Zeit der Analogfotografie. Der elektronische Sucher bietet mit 1,44 Millionen Pixel ein hundertprozentiges Bildfeld (bis zu 1,15-fache Vergrößerung, Austrittspupille 18 mm). Er ist schnell und klar. Mit einem Annäherungssensor schaltet die Kamera automatisch zwischen Monitor und Sucher um. Es stehen drei Sucheransichten zur Auswahl. Informationen werden am unteren Rand des Sucherbilds angezeigt. Neu ist die EVF Creative Control: Spitzlichter und Schatten lassen sich nach Einblendung der Tonwertkurve in das Sucherbild regeln.

Die Bildstabilisierung funktioniert bei der OM-D nicht nur bei Bewegungen um die horizontale und die vertikale Achse, sondern gleicht auch Rotationsbewegungen aus. Das neue System funktioniert auch bei Videoaufnahmen im MOV- (MPEG-4 AVC/H.264) oder AVI-Format. Der Autofokus, der bereits bei der Pen E-P3 für Tempo sorgte, ist noch einmal verbessert worden. Die Kamera macht Serienaufnahmen mit bis zu 9 Bilder je Sekunde. Die Empfindlichkeit des 16-Megapixel-Sensors reicht bis ISO 25 600. Auch die OM-D hat natürlich Art Filter, unter anderem einen neuen, der aus der Aufnahme eine Illustration macht. Die Funktion Art-Filter-Bracketing bearbeitet eine Aufnahme mit unterschiedlichen Art Filtern und speichert die generierten Bilder als einzelne Dateien ab.

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Das 3-Zoll-OLED Display (610 000 Pixel) ist um 80 Grad nach oben und 50 Grad nach unten klappbar. Wer gerne mit der Fingerspitze den Schärfepunkt setzt, kann das auf dem kapazitiven Touchscreen tun und mit einem Stups auslösen. Neu ist die Live-Bulb-Funktion: Bei einer Langzeitaufnahme, beispielsweise in der Nacht, wird Live-View-Ansicht kontinuierlich aktualisiert, sodass man das Ergebnis verfolgen und die Belichtungszeit entsprechend anpassen kann. Der Effekt ähnelt sehr stark der Positiv-Entwicklung in der Schale aus längst vergangenen Dunkelkammerzeiten. Zur OM-D gibt es unter anderem einen Handgriff mit zusätzlichem Akkufach und Hochformat-Auslöser.

Olympus hat auch weitere MFT-Objektive angekündigt: Im Laufe des Jahres wird es neue Festbrennweiten geben, das M.Zuiko DigitalED 75 mm 1:1.8 und das M.Zuiko Digital ED 60 mm 1:2.8 Makro. Das staub- und spritzwassergeschützte 60-mm-Objektiv erlaubt Aufnahmen im Maßstab 1:1 und hat einen minimalen Aufnahmeabstand von 19 Zentimeter. Das OM-D-System sieht man bei Olympus nicht als Ablösung für das E-System der Spiegelreflexkameras. Eine professionelle DSLR wie die E-5 werde es weiterhin geben, aber keine neuen DSLRs in der Einsteigerklasse.

Quelle: FAZ.NET

 
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