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Netzneutralität : Das Netz ausgebremst

Da hängt man an einer halbwegs schnellen Internetleitung mit 16 MBit/s, und dann ruckelt es trotzdem. Was gestern eine vorübergehende technische Störung gewesen sein mag, ist morgen die Zukunft.

          Da hängt man an einer halbwegs schnellen Internetleitung mit 16 MBit/s, und dann ruckelt es trotzdem. Nur bei dieser einen Web-Anwendung, alles andere läuft prima und flott. Es ist zum Aus-der-Haut-Fahren, am liebsten würde man den Rechner aus dem Fenster werfen. Was gestern eine vorübergehende technische Störung gewesen sein mag, ist morgen die Zukunft: In einem Internet ohne Netzneutralität werden einzelne Dienste immer langsamer. Vielleicht baut sich gleich ein Fenster mit dem Hinweis auf, dass man sein soziales Netzwerk nach einem Vertrags-Update für zusätzliche 5 Euro im Monat wieder im gewohnten Tempo nutzen kann.

          So gut wie alle Internetprovider wollen die Netzneutralität abschaffen. Ihre schärfste Waffe ist der Lobbyismus. Was das EU-Parlament nun beschlossen hat, enthält ungeachtet aller Rhetorik viele Schlupflöcher für ein Zwei-Klassen-Internet. Man muss jede einzelne Formulierung prüfen, denn hier sind Spezialisten mit Nebelkerzen am Werk: Die sprechen zwar ständig vom Erhalt der Netzneutralität, tatsächlich aber leisten sie ihr mit der Zulassung von „Spezialdiensten“ nichts anderes als aktive Sterbehilfe.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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