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Nachtspeicherofen : Nicht gut genug

Kaum ein anderer technischer Gegenstand hat ein so schlechtes Image wie der Nachtspeicherofen. Das könnte sich wegen des Ökostroms bald ändern.

          Kaum ein anderer technischer Gegenstand hat ein so schlechtes Image wie der Nachtspeicherofen. Das sind jene „Heizkästen“, mit denen man in den sechziger Jahren den während der Nacht von Kern- und Braunkohlekraftwerken in Grundlast produzierten „Überschussstrom“ möglichst sinnvoll nutzen wollte: Über schlichte Widerstandsheizwendeln wird Wärme erzeugt, mit denen man für diesen Zweck eigens hergestellte Steine erhitzt, um sie tagsüber - mit Hilfe von Ventilatoren - in die Räume zu pusten. Nicht allein der miserable Wirkungsgrad dieser Heiztechnik hat den Nachtspeicherofen in Verruf gebracht. Wesentlich verantwortlich dafür ist zudem, dass zahlreiche Modelle Asbest als Isolationsmaterial verwenden und ein Teil der verbauten Steine einen störend hohen Chromatanteil haben. So sollen ältere Modelle bis Ende 2019 abgeschaltet werden. Den nach 1990 installierten Geräten räumt man eine maximale Laufzeit von 30 Jahren ein.

          Doch es könnte anders kommen: Denn auf der Suche nach Speichern für nicht im Netz unterzubringenden Ökostrom ist der Blick nun wieder auf Nachtspeicheröfen gefallen. Sie könnten, das hat man ausgerechnet, versehen mit einer „intelligenten“ Steuerung, einen nennenswerten Beitrag zum Vergleichmäßigen des volatilen Wind- und Sonnenstromangebots leisten. Nur sollte man dazu nicht asbestkontaminierte Altgeräte heranziehen. Doch grundsätzlich gilt: Mit überschüssigem Ökostrom (Speicher-)Steine zu erwärmen oder das Wasser in Boilern auf Temperatur zu bringen, ist so lange sinnvoll, bis keine leistungsstarken Stromspeicher auf den Markt gebracht sind.

          Georg Küffner

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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