Home
http://www.faz.net/-gy9-722y0
Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nach Olympia Flache Spiele

 ·  300 Stunden Olympia wurden in 3D produziert. Wer durfte mit 3D-Brille auf der Nase diese gucken? In Deutschland jedenfalls niemand. Dabei stehen hierzulande immerhin schon 3,5 Millionen 3D-Fernseher.

Artikel Lesermeinungen (0)

Geschafft: Alle Kugeln sind gestoßen, alle Hürden übersprungen, alle Speere geschleudert, alle Runden gesprintet, die Medaillenausbeute hat ihren Platz in den Vitrinen eingenommen. Olympia ist vorbei. Rund 270 Stunden haben ARD und ZDF von den Plätzen des Schweißes und der Ehre um die Wette gesendet. Rund 900 zusätzliche Stunden haben sie als Live-Streams über das Internet verbreitet - mit großem Erfolg, wie die Download-Statistiken zeigen. Denn das Publikum ist dem technischen Fortschritt keineswegs abhold. Damit rechneten auch die BBC und der japanische Unterhaltungselektronik-Riese Panasonic. Sie haben deshalb rund 300 Stunden Olympia in 3D produziert.

Und wer durfte es, die 3D-Brille auf der Nase, am Ende gucken? In Deutschland jedenfalls niemand. Dabei stehen hierzulande immerhin schon 3,5 Millionen 3D-Fernseher. Und mehr als ein ganzes Jahr lang schien es, als gäbe es unterhalb der dritten Dimension überhaupt kein anderes Thema mehr in der Unterhaltungselektronik. Was läuft da falsch? Ist der schnöde Mammon schuld, mit dem sich Abo-Kanäle auf den Britischen Inseln Exklusivrechte gesichert haben? Oder ist es einfach nur so schwer verständlich, weshalb sich Käufer von heftig beworbenen 3D-Gerätschaften wenigstens hin und wieder ein attraktives Programm mit Tiefenwirkung anschauen möchten? Fortschritt als bloße Möglichkeit mag im Land der Dichter und Denker ja durchaus Freunde finden. Aber die praktischen Seiten des Lebens zu vernachlässigen, ist selbst zwischen Flensburg und Garmisch keine wirklich gute Idee.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Das Rentnerauto

Von Wolfgang Peters

Harry ist Pensionär und stinksauer. Er steht neben dem gerade gelieferten neuen Elfer und fragt, ob das unser neues Rentnerauto sei. Mehr 3 1