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Samsung Galaxy Note II : Wer will ein Smartphone mit Stift?

Interessant für Handschreiber: Samsung Galaxy Note II Bild: Hersteller

Rettet Samsung mit dem Galaxy Note II die Handschrift? Oder ist der Stift ein überflüssiges Eingabeinstrument? Sagen wir mal so: Wer so etwas mag, dürfte dieses Smartphone mögen.

          Es ist zurzeit nicht leicht, sich unter der Masse der Smartphones signifikant abzuheben. Samsung hat es mit dem Galaxy Note II dennoch geschafft. Das Außergewöhnliche an diesem Gerät ist der Stift, der seitlich im Gehäuse steckt. Damit lässt sich die Software bedienen oder schnell eine handschriftliche Notiz machen. Ist der Stift nur eine unbrauchbare Spielerei oder tatsächlich ein Grund, das Galaxy Note II zu kaufen?

          Lässt man den Stift zunächst außen vor, reiht sich das Note II in die Reihe der soliden Androiden von Samsung ein. Der opulente, 5,5 Zoll große Bildschirm mit Amoled-Technik zeigt in HD-Auflösung (1280 × 720 Pixel) knackige Farben und scharfe Konturen. Unter dem Quadcore-Prozessor laufen mehrere Anwendungen flüssig und ohne Verzögerung. Die Kamera mit acht Megapixel macht sehr gute Fotos. Der 32 Gigabyte große Speicher kann erweitert werden. An der Verarbeitung kann man wenig aussetzen: Lediglich die Laut-Leise-Taste ist etwas wackelig.

          Auch bei der Software fährt Samsung das volle Programm auf. Das Betriebssystem ist Android 4.1 (Jelly Bean), darübergegossen wurde standardmäßig die Touchwiz-Oberfläche. Freunden von „Android pur“ dürfte das allerdings wieder mal nicht gefallen. An Bord ist - wie zu erwarten - das praktische „Smart Stay“, das den Bildschirm deaktiviert, sobald der Nutzer die Augen von ihm wendet. Ebenfalls nützlich: Die Fenster mehrerer Anwendungen können nebeneinander auf dem Bildschirm positioniert werden. Auf seine eigene Spracherkennung „S Voice“ hätte Samsung verzichten können. Sie kann weder mit Apples Siri noch mit Google Now mithalten.

          Die Kamera macht gute Bilder
          Die Kamera macht gute Bilder : Bild: Hersteller

          Was soll nun dieser Stift? Als Steve Jobs 2007 das erste iPhone vorstellte, fragte er rhetorisch: „Wer will einen Stift?“ und gab die Antwort: „Niemand!“. Smartphones sollten nur noch über die berührungsempfindliche Oberfläche zu bedienen sein. Fünf Jahre später verkauft Samsung ein Gerät mit Stift innerhalb eines Monats fünf Millionen Mal. Die bloßen Zahlen sprechen gegen den verstorbenen Apple-Chef.

          Dennoch zeigte sich uns beim täglichen Gebrauch nicht, warum diese Tipp- und Schreibfunktion derart gewinnbringend sein sollte, dass man das Note II etwa dem S3 vorzieht. Kein Frage, es funktioniert: Zieht man den Stift, öffnet sich die App „S Note“. Noch ein Klick, und der Notizzettel wartet auf Eingabe. Was dann folgt, macht jede Menge Spaß. Der Bildschirm reagiert äußerst sensibel auf die Spitze. Je stärker man draufdrückt, desto breiter wird der Strich. Die schwarzen Pixel fegen fast so schnell über den virtuellen Zettel wie die Tinte über Papier. Zwischen Schreiben und Radieren wechselt man schnell mit einer Taste am Stift. Hält man diese gedrückt und umkreist einen beliebigen Bildschirminhalt, wird dieser in die Zwischenablage kopiert. S Note speichert mehrseitige Notizen, so dass man virtuell darin blättern kann.

          Üppiger 5,5 Zoll großer Bildschirm
          Üppiger 5,5 Zoll großer Bildschirm : Bild: Hersteller

          Das sieht alles sehr schick aus und ist anfangs faszinierend. Doch wird man es täglich nutzen? Samsungs Werbespot zeigt kreative Menschen, die ständig ihr Smartphone zücken, um darauf handschriftliche Notizen zu hinterlassen: Vor dem Zebrastreifen oder in der S-Bahn. Sollten Sie demnächst jemanden kennenlernen, der einen echten Notizblock in der Hand hält und noch ein Smartphone braucht, sagen Sie ihm: Das Galaxy Note II könnte etwas für ihn sein.

          Quelle: F.A.Z.

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