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Nokia Smartphones zum Niedrigpreis

 ·  In Barcelona setzen nun viele Hersteller auch auf Billighandys. So ist das neue Handy von Nokia schon für 15 Euro zu haben. Ein Windows-Phone-8-Smartphone wird es ab 199 Euro geben.

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© dpa Vergrößern Nokia rückt endgültig von seiner jahrzehntealten Hochpreisstrategie ab

Smartphones für alle - das ist der neue Trend in der Mobilfunkbranche. Viele internetfähige Multimediahandys sollen künftig nicht mehr so viel wie ein Notebook kosten, sondern schon für weniger als 200 Euro zu haben sein. Vor allem der ehemalige Weltmarktführer Nokia hat auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress diese Entwicklung forciert. „Indem wir ein besseres Nutzererlebnis auch auf günstigeren Preispunkten anbieten, erfinden wir den Kampf um kostengünstige mobile Geräte neu“, formulierte der Vorstandsvorsitzende Stephen Elop. Nokia habe die Grundlagen, damit erfolgreich zu sein.

Die Finnen rücken damit endgültig von ihrer jahrzehntealten Hochpreisstrategie ab. Mit Elop an der Spitze und seiner Konzentration auf Microsofts Betriebssystem Windows Phone hatte sich eine solche Entwicklung schon angedeutet. Der einstige Microsoft-Manager betonte stets, die „nächste Milliarde Menschen“ an das Internet anbinden zu wollen. Schon in früheren Präsentationen konzentrierte sich der Konzern stark auf Kunden in Schwellenländern. Zuletzt konnten die Finnen auf diesem Gebiet Erfolge vermelden. Unter anderem schloss Nokia Verträge mit China Mobile ab, dem mit mehr als 700 Millionen Kunden größten Mobilfunkunternehmen der Welt. In Barcelona stieß die Vorstellung der neuen Geräte zunächst auf Enttäuschung, weil sie eher neue Hightech-Telefone oder sogar einen neuen Tabletcomputer erwartet hatten.

Stattdessen stellte Designchef Marko Ahtisaari vielfarbige Modelle vor, die vor allem durch ihren niedrigen Preis auffielen. Allerdings setzt Nokia darauf, den günstigen Geräten einen Hauch von Oberklasse mitzugeben. Auch das preiswerteste Windows-Phone-8-Smartphone Lumia 520 biete „ein Nutzererlebnis, das üblicherweise nur bei High-End-Smartphones anzutreffen ist“, heißt es seitens von Nokia. Dazu gehören Kamera-Apps, ein Musikdienst und ortsbezogene Dienste des neuen Kartenprogramms Here. Das Gerät soll vom zweiten Quartal an in Deutschland für 199 Euro zu haben sein. Apples iPhone 5 kostet mindestens mehr als 600 Euro, und Samsungs Spitzenmodell Galaxy S III mehr als 500 Euro.

Nokia will außer mit billigen Smartphones auch mit Billigsthandys punkten. Das Nokia 105 soll lediglich 15 Euro kosten. Branchenexperten bewerteten die Strategie positiv. Tony Cripps vom Analystenhaus Ovum sagte, der Start der neuen Modelle fülle eine Lücke im Smartphone-Programm. Eine komplette Produktfamilie sei ausschlaggebend für Nokias Ambitionen, wieder Marktanteile zu gewinnen. Allerdings müsse Nokia sein Marketing ausbauen und den Fokus auf den Handel richten. Analyst Francisco Jeronimo vom Marktforschungsunternehmen IDC sagte, der Druck liege auf den chinesischen Anbietern: „Warum sollten die Kunden - egal wo auf der Welt - ein billiges chinesisches Handy kaufen, wenn sie zum selben Preis ein Markenhandy mit besserer Qualität kriegen können.“

Die Orientierung auf den unteren Preisbereich scheint angesichts einiger in Barcelona genannter Marktzahlen nicht verkehrt zu sein. Derzeit sei mit einem Anteil von 17 Prozent nicht einmal jeder fünfte Handy-Nutzer mit einem Smartphone unterwegs, hieß es beim spanischen Mobilfunkunternehmen Telefónica. Das Gefälle zwischen Arm und Reich sei groß. In den europäischen Ländern liegt die Penetration mit Smartphones bei rund 33 Prozent, in Schwellenländern bei gerade 6 Prozent.

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