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Musikspieler Astell&Kern : Richtig gute Musik immer dabei

  • -Aktualisiert am

Das kleine Kästchen liegt gewichtig in der Hand Bild: Hersteller

Mit einem neuen MP3-Player kann man heutzutage niemanden mehr überraschen. Mit einem mobilen Taschenspieler, der hochauflösende Audiodateien in bester Qualität abspielt, aber schon. Denn das kann der Astell&Kern von Iriver.

          „Konzertsaal im Hosentaschenformat“ - kein geringer Anspruch. Tatsache ist, dass die gängigen Taschenspieler der iPod- oder Smartphone-Klasse nicht gerade mobile Konzertsaalatmosphäre schaffen können, wegen der von ihnen unterstützten Audio-Formate und der beschränkten Qualität ihrer Digital-Analog-Wandler. Das koreanische Unternehmen Iriver, Hersteller aller möglichen Audio- und Videogeräte und Urheber jener selbstbewussten Aussage, will dem abhelfen. Das Mittel dazu heißt Astell&Kern AK 100 - der Name soll „europäisch“ und wertvoll klingen, und das tut er wohl auch - und ist ein nur 8 × 6 × 1,4 Zentimeter kleines Kästchen in einem schicken Kleid aus gebürstetem Aluminium, das gewichtig in der Hand liegt (rund 125 Gramm) und den Eindruck macht, als könnte es unbeschadet durch einen Basketball-Korb geworfen werden.

          Entscheidend ist aber sein Innenleben. Darin arbeitet ein hochwertiger Stereo-D/A-Wandler von Wolfson (WM 8740), der mit Bitbreiten von 16 bis 24 und mit Abtastraten bis 192 Kilohertz umgehen kann und für sämtliche gängigen Formate - mittlerweile sogar ALAC, AAC und AIFF - gerüstet ist. Die können auf insgesamt 96 Gigabyte gespeichert werden, ein Drittel davon intern in einem Flash-Speicher, der Rest auf zwei SD-Karten. Ein berührungsempfindliches 2,4-Zoll-Display mit IPS-Technik für verbesserten Blickwinkel und ein etwas wackelig geratenes Stellrädchen für die analoge Lautstärkeregelung in 150 Stufen komplettieren die ansehnliche Hardware.

          Alles Wichtige ist auf dem Display zu sehen
          Alles Wichtige ist auf dem Display zu sehen : Bild: dapd

          Die Messwerte für Jitter, Geräuschspannungsabstand und Übersprechdämpfung sind exzellent und würden jeder teuren stationären HiFi-Anlage zur Ehre gereichen. Mit dem Computer verbindet sich der AK 100 via USB-Kabel (allein damit lässt sich sein 2000-Milliampere-Akku auch aufladen, von leer bis voll in fünf Stunden). Über einen optischen Digitaleingang kann sich der Iriver-Winzling als externer Wandler für digitale Zuspieler betätigen, und ein Ausgang dient sowohl dem analogen Klinken-Anschluss von Kopfhörer oder HiFi-Verstärker wie auch der digitalen (optischen) Verbindung zu einem externen Wandler oder einem anderen Gerät mit optischem Eingang. Beide Buchsen müssten allerdings besser erkennbar bezeichnet sein. Auch Bluetooth wird unterstützt, aber noch nicht 4.0.

          Schon optisch macht der AK 100 Freude mit seiner hübschen Display-Grafik, auf der alle wichtigen Informationen zum gerade Abgespielten versammelt sind; eine Ebene dahinter gibt es weitere Angaben zu Dateityp und -größe, Bit- und Abtast-Rate. Mit einem Fünf-Band-Equalizer lassen sich individuelle Klangeinstellungen wählen. Eine Zusatz-Software hilft bei der Archivierungsarbeit und beim Direktüberspielen von CDs, sie kooperiert aber nur mit Windows-Rechnern, nicht mit Macs. Der Akku des AK 100 reicht für maximal zwölf Stunden Hören von CD-Musik im verlustfreien FLAC-Format mit 24 Bit/96 kHz, 15 Stunden sind es bei MP3-Files.

          Klanglich lässt der kleine Koreaner wahrlich nichts anbrennen. Mit einem guten Kopfhörer, den man ihm schon gönnen muss, lässt er alle Vergleiche mit braven MP3-Spielern weit hinter sich: Hier kommt richtig Musik heraus, sämtliche Genres profitieren enorm von der aufwendigen Hardware des Luxus-Kästchens. Aber auch an der HiFi-Anlage erweist es sich als kompetenter Zuspieler, erst recht, wenn es dort mit Besserem als dem CD-Format (16 Bit/44,1 kHz) antritt. Sein eigentliches Revier ist aber die mobile Nutzung, und wenn der AK 100 hier recht schwer in der Tasche liegt, verzeiht man ihm das gern angesichts seiner Qualitäten. Allerdings liegt der kleine Kerl seinem Käufer auch schwer auf der Tasche: Rund 700 Euro kostet er, die teuren Bauteile lassen grüßen. Aber derzeit bekommt der Jogger oder Vielreisende wohl keinen Hosentaschen-Konzertsaal billiger.

          Bezugsquellen: www.astell-kern.de

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