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Tipps und vier neue Modelle : Das sollten Sie über Fahrradbeleuchtung wissen

Kompaktscheinwerfer: Knog Blinder Beam 170, B+M Ixon Core, Litecco Highlux 30 und Cateye G-Volt25 RC Bild: Pardey

Es wird höchste Zeit, sich um Beleuchtung am Fahrrad zu kümmern. Die Auswahl ist groß. Wir stellen vier Modelle vor. Dazu gibt es ein paar gute Ratschläge.

          Zuallererst: Zwar ist seit dem Sommer 2013 nicht mehr nur am Rennrad eine Akkubeleuchtung unter gewissen Bedingungen zulässig, aber für den (Naben-)Dynamo spricht nach wie vor seine Betriebssicherheit. Er sitzt im Vorderrad, man hat ihn immer dabei und kann ihn nicht wie eine abnehmbare Beleuchtung vergessen.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Anders als die berüchtigten Seitenläufer von früher, heute nur noch an den allerbilligsten Rädern zu finden, funktioniert der Nabendynamo bei jedem Wetter: solange sich das Rad dreht, hat man Energie. Ungeprüfte Batterien und Akkus können leer sein und es unterwegs auch schlagartig werden. Das sind alles Gründe, derentwegen Eltern beim Fahrrad für den Schulweg ihrer Kinder auf der Dynamo-Lösung bestehen sollten.

          Dazu gehört ein fest angebrachter LED-Scheinwerfer, der nicht nur einen hellen Lichtfleck zehn Meter voraus wirft, sondern auch den Nahbereich vor dem Rad - weich und breit - ausleuchtet. Ob das der Fall ist kann einem im guten Fachgeschäft praktisch gezeigt werden. Dort bekommt man den Scheinwerfer auch so montiert, dass er den Gegenverkehr nicht blendet. Nach hinten leuchtet rot in großem Winkel, das heißt auch schräg seitlich, das Rücklicht.

          Knog Blinder Beam 170 Bilderstrecke

          Da es nach den Verkehrsvorschriften nicht blinken darf, haben neuere Modelle für mehr Aufmerksamkeitsgewinn Lichtleiter, die den Eindruck erwecken, der hellste Punkt des roten Leuchtens bewege sich, ohne zu verlöschen. Scheinwerfer und Rücklicht sollten automatisches Standlicht haben; das ist kein Luxus mehr. Das Tagfahrlicht, die vom Sensor gesteuerte Einschaltung der Beleuchtung, das Bremslicht und die gegen Spritzwasser abgeschirmte USB-Buchse zum Laden des Handys mit der Kraft der Beine, sind gerade dabei, den Status von luxuriösem Schnickschnack zu verlieren. Die besten Leuchten und der Dynamo nutzen natürlich wenig, wenn die Verkabelung nicht stimmt. Im modernen Rad kann sie so zuverlässig sein wie im Auto: Geschützt verlegt, mit sicheren Steckern, und keinesfalls wie früher als Ein-Draht-Leitung realisiert.

          Wenn es aber doch eine Akkubeleuchtung sein soll, muss man immer noch ein wenig darauf achten, dass man nicht etwas kauft, das mit den deutschen Vorschriften nicht vereinbar ist. Meist weisen Hersteller ausdrücklich darauf hin, dass ihre Leuchten der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) entsprechen. Manche ausländischen tun es aber ziemlich diskret, weil sie auch noch anderes im Programm haben. Ein CE-Zeichen verrät nicht, ob eine Leuchte nach Paragraph 67 StVZO zulässig ist oder nicht. Leuchten mit genehmigter Bauart erkennt man am Prüfzeichen. Das ist eine Wellenlinie, hinter der ein K und Ziffern stehen.

          Ohne Blendung des Gegenverkehrs

          Sachlich kennzeichnet eine StVZO-konforme Akku-Beleuchtung, dass sie warnt, wenn ihre Energie schwindet, dass sie gegen Staub und Nässe abgedichtet ist und als Scheinwerfer eine Beleuchtungsstärke von mindestens 10 Lux liefert. Das muss - bei korrekter Montage - ohne Blendung des Gegenverkehrs geschehen. Blinken ist tabu. Weil die meisten Scheinwerfer wesentlich mehr als 10 Lux schaffen, darf die Frontleuchte in mehreren Helligkeitsstufen schaltbar sein. Die Beleuchtung muss am Fahrrad - und nicht etwa am Helm - angebracht werden, die Befestigung muss verhindern, dass Leuchten ihre Position im Betrieb verändern. Dass sie von der Befestigung abnehmbar sind, steht nicht im Widerspruch zur verlangten festen Anbringung.

          Eine der Neuheiten dieses Herbstes ist das Rücklicht Twinfire von Litecco (rund 60 Euro). Ein Kästchen, etwa im Format einer Zigarettenschachtel und mitsamt Lithium-Polymer-Akku (630 mAh) 38 Gramm leicht, wird an der Sattelstütze mit einem Universalhalter leicht abnehmbar montiert. Eingeschaltet hat man fast ein Rundum-Rücklicht, das auch gut von der Seite zu sehen ist und das bis zu zwölf Stunden leuchten kann. Danach muss das Kästchen mit dem mitgelieferten USB-Kabel für etwas mehr als eine Stunde an ein Ladegerät, beispielsweise an das vom Handy, oder an den PC. Die Sichtbarkeit der roten Leuchte, die vom Hersteller mit 3000 Meter angegeben wird, setzt natürlich klares Wetter voraus. Der Clou ist der Bewegungssensor im Twinfire: Erkennt er beim Bremsen die Verzögerung, leuchtet das Rücklicht als Bremslicht mit deutlich vergrößerter Helligkeit auf. Das funktioniert präzise.

          Dazu passt als Scheinwerfer der kompakte Highlux 30 von Litecco. In dieser Fahrradscheinwerfer-Klasse ist nach wie vor der Platzhirsch Busch und Müllers Ixon Core, weil er als Erster in diesem Format zulässig war. Aber Knog bringt mit dem Blinder Beam 170 nun auch StVZO-konformes genauso wie Cateye etwa mit dem G-Volt 25 RC. Aufladbarkeit über eine USB-Schnittstelle ist Standard. Während die anderen Scheinwerfer dem Kabel eine Buchse hinhalten, streckt der Blinder Beam der Australier dem Ladegerät die Kontaktzungen eines Steckers hin, im Fahrbetrieb unter einer Klappe verborgen.

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